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Auto leasen, kaufen oder doch finanzieren?

Steht man vor der Anschaffung eines neuen Wagens, stellen sich viele die Frage, ob der Neuwagen gekauft, geleast oder finanziert werden soll. Wer den Neuwagen kauft und direkt bar bezahlt, hat den günstigeren Weg gewählt. Leider können nicht gerade viele einen Neuwagen problemlos cash entrichten, sodass die meisten Autokäufer das neue Fahrzeug in monatlichen Raten zahlen. Das zeigt besonders die Statistik der Deutschen Automobiltreuhand aus dem Jahr 2012. Diese besagt, dass 36 Prozent des Kaufpreises eines Neuwagens durch einen Kredit finanziert wird, beim Gebrauchtwagen liegt der Prozentsatz bei 23.

Besonders Leasingverträge auf Zeit, die vor allem Firmenkunden annehmen, scheinen auf den ersten Blick reizvoll zu sein, allerdings werden diese für Privatperson eher selten angeboten. Etwa 16 Prozent der Neuwagenkäufer entschieden sich, den Wagen zu leasen, beim Gebrauchtwagen lag die Entscheidung bei einem Prozent.

Wo liegen die Vorteile und Risiken der verschiedenen Kaufmöglichkeiten? Diese Frage gilt es zu beantworten.

Barkauf

Beim Barkauf hat man den Vorteil, dass man sofort nach Kaufabschluss Eigentümer eines unbelasteten Fahrzeuges ist. Was das genau bedeutet? Nun, Sie haben eine uneingeschränkte Verfügungsgewalt über den neuerworbenen Wagen, sodass Sie nach Lust und Laune das Auto nutzen, verleihen oder verkaufen können, selbst wenn Sie im Auto alles versiffen lassen, so ist das Ihr gutes Recht. Dabei müssen Sie nicht mal annähernd Rücksicht auf die Bank oder den Leasingvertrag nehmen.

Der nächste Vorteil eines Barkaufes ist, dass Ihnen keine weiteren Finanzierungskosten anfallen. Außerdem können Sie als Barzahler beim Verkäufer noch Pluspunkte sammeln und gar einen guten Preisnachlass für sich aushandeln, denn der Verkäufer bekommt sofort sein gesamtes Geld für das zu verkaufende Auto.

Nun kommen wir zu dem Nachteil. Es kann natürlich sein, dass Sie genügend Kapital auf der Bank liegen haben, doch um an dieses heran zu kommen, müssten Sie das Sparkonto auflösen. Beachten Sie bei dem Schritt, wie hoch der Zinsverlust sein wird, denn nicht immer kann der ausgehandelte Preisnachlass den Zinsverlust ausgleichen oder gar übertreffen.

Hinzukommt die Tatsache, dass man jeder Zeit von einem schweren finanziellen Schicksalsschlag getroffen wird und dann vor dem Verlust der Liquidität steht. Bei Bedarf würde Ihnen so das Bargeld fehlen.

Außerdem sollten Sie nicht aus den Augen lassen, dass besonders Neuwägen im ersten Jahr stark an Wert verlieren, sodass Sie einen großen Teil Ihres Geldes ins Sand setzen.

Finanzierung

Jede Finanzierung hat den Lichtblick darauf, dass man am Ende der Finanzierung Eigentum am Fahrzeug erwirbt. Das ist ein Vorteil gegenüber der Leasingvariante, denn hier unterschreibt man lediglich ein Nutzungsrecht für das jeweilige Auto.

Im Allgemeinen lohnt sich eine Finanzierung über eine längere Laufzeit, da hier eine positive Auswirkung auf die Ratenhöhe ergibt. Zudem haben Sie bei der Finanzierung unter bestimmten Voraussetzung die Möglichkeit diese zu kündigen, Sie kommen also aus dem Vertrag raus, was besonders bei Veränderungen der finanziellen Lage interessant und wichtig ist.

Bei einer Kreditaufnahme für den Wagen bieten sich zwei Varianten an: entweder Sie nehmen einen Kredit bei einem unabhängigen Kreditinstitut oder einen Kredit bei der Herstellerbank auf. Egal für welche Variante Sie sich auch entscheiden, beide haben ihre Vorteile.

Durch die Kreditaufnahme von einem unabhängigen Institut, haben Sie den Vorteil sich wie ein Barzahler auszugeben, um bei dem Händler einen höheren Preisnachlass auszuhandeln. Außerdem werden Sie hier mit verlockenden Kreditangeboten einzelner Autohersteller als unabhängiger Käufer nicht belästigt. Behalten Sie einfach im Hinterkopf, dass die Autohäuser häufig Provisionen für eine Kreditvermittlung erhalten, sodass die Verkäufer nicht unbedingt wertneutral bei der Beratung sind.

Ein Kredit von der Herstellerbank hat meist den Vorteil, dass dieser für manche Fahrzeuge konkurrenzlos günstig ist. Hier handelt es sich um verkaufsfördernde Maßnahmen für bestimmte Modelle.

Leasing

Nun sind wir bei der dritten Möglichkeit angekommen, um ein Auto zu erhalten. Diese Möglichkeit kommt für jeden in Frage, der von Beginn an sagt, dass er sein zukünftiges Auto weder bar zahlen noch finanzieren möchte.

Vor allem für Geschäftsleute wie Selbstständige, Kleinunternehmer und Freiberufler, die den Wagen sowohl privat wie auch beruflich nutzen, lohnt sich Leasing, da sie den Kostenaufwand als Betriebsausgabe geltend machen und so ihre Steuerlast senken. Letzteres können private Leasingnehmer für sich als Vorteil nicht nutzen, trotzdem scheint Leasing besonders junge Leute als attraktive Zielgruppe für sich gefunden zu haben.

Warum das so ist, liegt auf der Hand. Junge Menschen wollen möglichst schnell ein eigenes Auto haben, ohne dass sie lange dafür gespart haben müssen. Außerdem sind sie schneller für einen Neuwagen zu begeistern. Dabei sieht es unter anderem auch so aus, dass die jungen Leute sich nicht wirklich Gedanken darüber machen, wem letzten Endes das Fahrzeug tatsächlich gehört. Beim Leasing geht es nicht darum, dass Sie eines Tages der Eigentümer des Wagens werden, im Gegenteil Sie bekommen lediglich nur das Nutzungsrecht eingeräumt.

Die jungen Leute sehen nur die Vorteile des Leasings, nämlich stets das neuesten Wagen fahren zu können, die meist niedrigeren Monatsraten im Vergleich zur einer Finanzierung und die geringere bis teilweise gar keine Anzahlung. Weiterer Punkt für das Leasing ist, dass man sich mit dem Verkauf des gebrauchten Wagens nicht beschäftigen muss, sondern gibt diesen nach Ablauf des Vertrages wieder zurück.

So, und hier beginnt der eigentliche Hacken an der ganzen Sache. Das Auto kann man nicht einfach so abgeben, den der Vertragspartner kontrolliert genau, ob man sich an die vertraglich abgeschlossene Kilometerbegrenzung gehalten hat, ob das Fahrzeug von vorn bis hinten penibel und akribisch gepflegt worden ist und ob das Auto im Laufe der Leasingzeit größere Parkkratzer und –dellen abbekommen hat. Sollte das der Fall sein, so darf der Leasingnehmer noch drauf zahlen. Zudem kommt der Fakt, dass der Leasingvertrag während der gesamten Zeit nicht gekündigt werden kann. Die Leasingraten werden weiterhin gezahlt, auch wenn der Fall auftritt, dass man seinen Führerschein verliert, das Fahrzeug aus irgendwelchen Gründen nicht mehr haben will oder wegen des Berufes gar ins Ausland geht.

Was die Verhandlung des Verkaufspreises angeht, so treten Sie stets als ein potenzieller Barkäufer auf, auch wenn Sie sich bereits vor ab für eine Finanzierung oder ein Leasing entschieden haben. Lassen Sie das nicht den Händler wissen.

Vorteil Kostenfaktor

Wie bereits erwähnt ist der niedrige Kostenfaktor beim Leasing ein riesiger Vorteil, da Sie kaum oder so gut wie keine Anzahlung vorlegen müssen und die niedrigen monatlich laufenden Kosten sprechen für sich. Man profitiert tatsächlich davon, sofern es Ihnen nicht wichtig ist, eines Tages der Besitzer des Wagens sein zu wollen.

Primär geht es beim Leasen nicht um den Kaufpreis, sondern eigentlich um den Wertverlust. Die Leasingrate ist im Vergleich zu Finanzierungsrate um die Hälfte billiger. Außerdem kann man sich das Auto so gestalten lassen, wie man es möchte, je nach Bedürfnisse und Wünsche wird dieses angepasst. Diese Möglichkeit haben Sie auch bei einem Barkauf wie auch der Finanzierung, nur der Preis steigt hier.

Was ist in der Monatsrate enthalten?

Da der größte Anteil der Versicherung und er Wartungskosten bereits in der Monatsrate mit enthalten ist, fallen hier keine großartigen Zusatzkosten an. Dies spricht ebenfalls für das Leasing, da Sie sich nicht um so viel Papierkram zu kümmern haben.

In welchem Zustand hat das Fahrzeug beim Vertragsende zu sein

Sobald die Vertragslaufzeit abgelaufen ist, wird das geleaste Auto direkt an das jeweilige Autohaus zurückgegeben und falls gewünscht, kann man sich per neuen Leasingvertrag ein neues Auto bestellen.

Beugen Sie also hier böse Überraschungen vor, denn Sie verpflichten sich während der gesamten Vertragslaufzeit das Auto zu pflegen, ansonsten dürfen Sie beim festgestellten Mangel drauf zahlen. Das bedeutet, dass das Fahrzeug genau den vertragsgemäßen Zuständen zu entsprechen hat, sprich  keine Kratzer, Beulen, Abnutzungen im Innenraum, Lackschäden oder Schäden an den Felgen. Das hängt damit zusammen, dass der Händler keine weiteren Kosten in das Auto hineinstecken möchte (diese gibt er dann an Sie weiter). Er berechnet den Fahrzeugwert und verkauft es weiter.

Wenn Sie also im Voraus wissen, dass Schäden entstehen könnten, so wäre die Finanzierung oder der direkte Kauf die bessere Wahl.

Weitere vertragliche Regelungen

Bitte beachten Sie, dass im Vertrag Kilometerzahl festgehalten wird. Sofern Sie ein Auto leasen möchten, machen Sie sich vorab Gedanken darüber, wie viele Kilometer Sie pro Jahr fahren werden, denn auch hier gilt, sollten Sie zum Vertragsende mehr gefahren sein, als vereinbart, dürfen Sie ebenfalls eine Nachzahlung begleichen.

Sollten Sie das Auto nach der Vertragslaufzeit behalten wollen, so vereinbaren Sie mit dem Händler, dass ein Ankaufsvermerk in dem Vertrag festgehalten wird. Eine mündliche Zusage seitens des Händlers ist unzureichend. Bedenken Sie aber auch, dass im Falle der Insolvenz des Autohauses, verfällt selbst die schriftliche Vereinbarung des Ankaufrechts.

Bevor Sie den Leasing Vertrag unterschreiben, nehmen Sie diesen mit nach Hause und lesen sich diesen genausten durch, um eventuelle Feinheiten mit dem Händler anzupassen.

Fazit

Sie haben im Prinzip drei Varianten an ein neues Auto zu kommen, wobei zwei davon zum alleinigen Besitzer des Autos führt. Jeder der Varianten hat ihre Vor- und Nachteile und nur Sie können am besten für sich entscheiden, was zu Ihnen passt und welche Risiken Sie tragen können oder nicht. Beim Leasing den Vertrag genau durchlesen und sich von dem Händler nicht hetzen lassen, da man einfach aus diesem Vertrag schlecht wieder rauskommt.
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