Camping an der Mecklenburgischen Seenplatte

Seen, Wälder und kleine romantische Städtchen

Inlandsreisen werden immer beliebter und gerade mit einem Wohnwagen oder einem Wohnmobil kann man sehr gut die eigene Heimat erkunden. Typischerweise redet man dann von Seen in Bayern, dem Harz oder der Sächsischen Schweiz. Dabei gibt es in Deutschland noch so viel mehr zu entdecken. Wie wäre es denn mit dem Wohnmobil durch die Mecklenburger Seenplatte?

Die Region bietet Dir einen tiefen Einblick in unsere Natur und dabei musst Du absolut keine Abstriche in Sachen Komfort oder Beweglichkeit machen. Die Strecken sind sehr gut ausgebaut und auch Campingplätze sind in großer Zahl vorhanden. Mit etwas Glück bekommt man sogar einen Stellplatz direkt am Ufer eines Sees.

Begleitet wird Dein Aufenthalt dabei von einer Mischung aus purer Erholung und einem riesigen Angebot an Aktivitäten. Wassersport, Bootsverleihe, geführte Touren und vieles mehr erwarten Dich in einem der schönsten Gebiete des Nordostens.

Wann ist die beste Zeit zum Reisen durch die Mecklenburgische Seenplatte?

Das Klima im Osten Norddeutschlands ist etwas ganz Eigenes. Man würde es im Allgemeinen als kühler bezeichnen, dabei bekommt man hier dennoch angenehm warme Sommer und milde Winter geboten. Aus diesem Grund kann man die Mecklenburgische Seenplatte das ganze Jahr über besuchen. Wobei man beachten sollte, was man gerne in der Region unternehmen möchte.

Liegt Dein Fokus auf den unzähligen Bademöglichkeiten, dann ist die Sommerzeit der perfekte Zeitraum für Dich. An vielen Seen gibt es kleine Strände, an den man sein kleines Lager aufschlagen kann, um sich dann im kühlen Nass eine Erfrischung zu gönnen. Die Sommer können zwar sehr warm werden (rund 30 °C) jedoch erwärmt sich das Wasser nicht so schnell.

Wassersport ist hier sehr beliebt, sodass man eigentlich überall zumindest eine Wasserskianlage findet. Liegt Dein Hauptaugenmerk nun nicht unbedingt auf dem Wasser-Programm, dann kannst Du die Region ganzjährig besuchen (vorausgesetzt der Wohnwagen, bzw. das Wohnmobil ist auch für den Winter ausgerüstet).

Gerade im Herbst und selbst im Winter kommt man hier durch die Natur voll auf seine Kosten. Begeisterte Reisende berichten, dass der Zeitraum zwischen September und November die schönsten Seiten der Natur zum Vorschein bringt. Das Laub verfärbt sich und bleibt durch seine Standhaftigkeit lange erhalten, sodass die Wälder in den schönsten Farben erstrahlen.

Selbst im Winter kann man die Umgebung vollkommen neu entdecken. Es kommt zwar nicht häufig vor, dass Schnee und Frost erhalten bleiben, aber wenn, dann erstrecken sich atemberaubende Eislandschaften. Insbesondere die Seen zeigen sich ganz neu. Und dank der örtlichen Campingplätze, welche meist das ganze Jahr geöffnet haben, kann man auch in genau diesen Genuss kommen.

Video: Die Mecklenburgische Seenplatte l Doku

Mit dem Wohnmobil durch die Mecklenburger Seenplatte

Doch wo soll uns der Weg eigentlich entlangführen? Nun die Seenplatte ist nicht gerade klein, und wenn man einen schönen Überblick bekommen möchte, dann muss man schon einige Tage an den unterschiedlichsten Orten verbringen. Wir haben einmal eine kleine Route für Dich ausgearbeitet und Dir eine kleine Hilfe geben, wo die schönsten Orte zu finden sind.

Dabei legen wir natürlich großen Wert auf die verschiedenen Seen, sodass der Weg Dich an den größten Seen vorbeiführt. Dabei reden wir von dem:

  • Drewitzer See
  • Fleesensee
  • Kölpinsee
  • Plauer See
  • und natürlich der Müritz.

Übrigens kann man hier nicht nur schöne Seen entdecken. Dank der zahlreichen Seen findet man hier auch eine Vielzahl an Mooren. Allerdings ist bei diesen auch große Vorsicht geboten, denn gehst Du zu weit hinaus, dann kann man auch schnell einmal feststecken oder versinken. Zusätzlich ist das Biotop einzigartig, sodass man nicht dazwischen sollte und mutwillig Zerstörung anrichtet.

Man kann hier nämlich auch sehr gute Vogelbeobachtungen anstellen. Damit das auch so bleibt, sollte die Natur möglichst unberührt bleiben. Selbst bei Badeabschnitten gibt es klare Regelungen, bis wohin man Schwimmen darf. Auf Deiner Reise kannst Du also auch einige ungewöhnliche Vögel beobachten.

Beispielsweise findet man Rohrdommeln und Kraniche, den berühmten Eisvogel oder den majestätischen Fisch- und Seeadler. Teilweise findet man hier sogar ausgewiesene Stellen zur Beobachtung. Damit man die eindrucksvollen Vögel auch zu Gesicht bekommt, sollte man vielleicht auch eine Fernglas einpacken und mitbringen.

Erster Stopp: Ganzlin

Genau genommen gehört die Gemeinde Ganzlin nicht zur Mecklenburgischen Seenplatte, und auch der erste See, der Plauer See, ist noch einige Kilometer entfernt. Nichtsdestotrotz lohnt es sich hier den ersten Zwischenstopp einzulegen. Ganzlin ist der perfekte Ort, um so richtig in Stimmung zu kommen, denn bereits hier ist die Bewaldung dieselbe wie auf der Seenplatte.

Außerdem hast Du es so bereits zu dem Ziel-Landkreis geschafft. Nebenbei bietet die niedliche Gemeinde einige Sehenswürdigkeiten, die man am ersten Tag ruhig einmal besuchen kann. So haben wir einmal das mystische Großsteingrab Urdolmen von Twietfort. Hier ist man den Vorfahren ganz nah auf der Spur und lernt die alten Bräuche der Megalithbauwerke.

Desweiteren findet man die urige Retzower Kirche. Typisches Merkmal ist ihre Bauart im Fachwerkstil, welcher noch aus dem 17. Jahrhundert entspringt und damit ein richtiger Zeitzeuge ist. Nebenbei kann man sich noch neues Wissen im Lehmmuseum von Gnevsdorf aneignen. Eine niedliche Hütte im alten Baustil für das richtige Themen-Flair.

Zweiter Stopp: Plau am See

Hast Du alles rund um und in Ganzlin erforscht, dann geht es weiter Richtung Norden. Die nächste Station und damit das Tagesziel ist Plau am See. Der Weg ist auch nicht sonderlich weit, denn hier musst du lediglich 13 Kilometer überwinden und schon bist Du im charmanten Plau angelangt.

Die Kleinstadt liegt im Westen des Sees. Die Elde fließt durch die Stadt hindurch und verleiht dem Ort seine ganz charmante eigene Note. Dank der Elde gibt es auch eines der markantesten Sehenswürdigkeiten in der Gegend: die Hubbrücke. Hier passieren einige Boote und kleine Schiffe und für jede Passage muss sich die Brücke heben. Ein kleines Schauspiel, welches man definitiv einmal gesehen haben muss.

Etwas weiter flussabwärts findet man dann auch die liebevoll getaufte „Hühnerleiter“. Dabei handelt es sich um eine Schiffsschleuse. Dank der überliegenden Brücke bekam die Schleuse ihren Namen weg, denn statt normalen Stufen gab es hier nur eine Leiter. Von droben kann man besonders imposant den Booten beim Schleusen zuschauen.

Doch nicht nur Boote lassen sich in Plau beobachten. Desweiteren findet man das Gretchenheim, ein schönes Rathaus, einen Aussichtsturm direkt am Wasser und verschiedene Museen. Besonders beliebt sind hierbei das Burgmuseum und das Bildhauermuseum. Nicht zu vergessen ist die jährliche Badewannenrallye, welche immer am zweiten Wochenende des Monats Juli stattfindet.

Campingplätze direkt am Wasser

Bevor man die Reise nach Plau am See antritt, sollte man unbedingt die Campingplätze vorher buchen. Die Sehenswürdigkeiten der Mecklenburgischen Seenplatte liegen häufig am Wasser, bzw. direkt am Ufer. Da wäre es doch praktisch, wenn man auch die Campingplätze direkt dort ansiedelt. Und an manchen Orten ist dem auch so, so wie beispielsweise bei Plau am See.

Sicherlich kannst Du Dir vorstellen, dass diese Campingplätze sehr beliebt sind und damit auch schnell vergriffen und belegt. Ein tolles Beispiel ist hierfür der Campingplatz Zuruf, welcher mit vier Sternen ausgezeichnet wurde. Hier findest Du saubere und moderne Sanitäranlagen, einen eigenen Badestrand, Bootsanleger und sogar einen Boots- und Fahrradverleih.

Dritter Stopp: Malchow

Die Tage in Plau am See sind gezählt und es soll weiter gehen. Der nächste Aufenthalt ist in Malchow geplant. Allerdings solltest Du nicht einfach der nächstbesten Navi-Route folgen. Wir wollen unser Ziel mit einem Zwischenstopp in Alt-Schwerin erreichen. Auf diesem Weg begegnen Dir nämlich unzählige  Outdoor-Aktivitäten, wie beispielsweise Segeln, Surfen oder einfach nur Baden.

Nebenbei findet man hier auch einige verwunschene Wanderwege, die einen durch die Waldgebiete bringen. Laufe aber nicht zu weit, sonst befindet man sich schnell einmal im nächsten Ort und muss dann den gesamten Weg auch wieder zurückgehen. In Alt-Schwerin selbst gibt es dann auch noch ein paar Kleinigkeiten zu entdecken.

Der Ort befindet sich direkt zwischen drei Seen – dem Drewitzer See, Plauer See und Tauchowsee. Das ist ziemlich viel Wasser und ziemlich viel Abwechslung. Im Ort selbst kann man dann die gotische Dorfkirche besichtigen oder das Agroneum besuchen. Bei dem Agroneum handelt es sich um ein Agrarhistorisches Museum, welches tiefe Einblicke in die Anfänge unserer Landwirtschaft gibt.

Einmal durch Alt-Schwerin hindurch, geht es dann Richtung Südosten auf dem Weg nach Malchow. In Malchow, bzw. kurz davor, können wir Dir den Campingplatz Naturcamping Malchow empfehlen. Dieser bietet viele Aktivitäten an, welche auch von verschiedenen Verleihen begleitet werden. Besonders beliebt ist hierbei der Fahrrad- und Ruderbootverleih.

Doch das Hauptaugenmerk liegt auf der Kleinstadt Malchow selbst. Eine niedliche Kleinstadt, zum Luftkurort erklärt, welche auf einer Insel aufgebaut wurde. So kommt es nicht selten vor, dass man auch einfach nur von Inselstadt redet. Hier sind Spaziergänge natürlich sehr interessant, da man an einer Ecke immer etwas entdecken kann.

Dabei sind der Burgwall, das DDR-Museum und die Drehbrücke in unserem Gedächtnis geblieben. Doch es gibt noch einiges mehr zu entdecken, wie beispielsweise die Rodelbahn, den Affenpark oder das Kloster und Galerien. Beschäftigung findet man in dem verschlafenen Städtchen genug. Gerade der Burgwall hat bereits einige Jahrhunderte an Geschichte zu vermitteln. Es handelt sich nämlich noch um eine slawische Feste.

Vierter Stopp: Waren

Verlassen wir Malchow, dann wollen wir dem Ufer des Fleesenssees folgen. Dafür führt uns der Weg nach Norden und dann nach Osten zu unserem nächsten Zwischenhalt in einem träumerischen Dorf namens Jabel. Jabel selbst liegt am Jabelschen See, und zeichnet sich vorallem durch seine erhaltenen Bäume aus. Das Zentrum des Dorfs bildet nämlich eine über 300 Jahre alte Eibe.

Stadthafen Waren Müritz - Ausgangspunkt vieler Bootstouren
Stadthafen Waren Müritz – Ausgangspunkt vieler Bootstouren

Ringsherum wird das Bild durch eine Vielzahl von Winterlinden geschmückt. In der Nähe befindet sich auch die Dorfkirche, auch diese ist einen kurzen Besuch wert. Bewegt man sich nun etwas Richtung Süden, dann stößt man auf ein Wisentgehege. Ein großes Naturschutzgebiet für ziemlich große Tiere. Besonders mit Kindern muss man einmal diese kräftigen Tiere gesehen haben.

Haben wir den Besuch in Jabel geschafft, dann geht es nun wirklich weiter nach Waren. Oder zumindest in die Nähe davon, denn viele sehr gut ausgezeichnete Campingplätze liegen etwas außerhalb. Dafür bekommt man auch hier wieder eine wunderschöne Lage direkt am Ufer der Müritz. Somit hast Du direkt einen Platz am größten See der Seenplatte.

Bei Waren selbst handelt es sich bereits um einen weitaus größeren Ort, der einiges mehr an Zeitvertreib zu bieten hat. Neben verschiedenen Museen, Restaurants und anderen Lokalitäten gibt es auch eine Vielzahl an Verleihen. Hier glänzt die Müritz erst richtig, wenn man mit einem Motorboot in die Sole fährt und dort so richtig die saubere Luft genießt.

Natürlich gibt es hier auch verschiedene Wassersportarten, denen man nachgehen kann. Insbesondere im Sommer kann man sich so eine angenehme Abkühlung verschaffen. Für einen abklingenden Abend kann man sich dann noch ein Stück im Freilufttheater von Waren anschauen und sich einige kleine Snacks genehmigen.

Letzter Stopp: Röbel

Neigt sich der Aufenthalt in Waren dem Ende, dann solltest Du unbedingt noch einen Abstecher nach Kargow machen. In dieser Ortschaft befindet sich der Müritz-Nationalpark, welcher durch seine atemberaubende Vogelvielfalt jährlich tausende Besucher begeistert. Damit man dieses einzigartige Ökosystem bestehen zu verstehen beginnt, kann man hier auch Führungen buchen.

Natürlich sieht man hierbei auch die schönsten Seiten des Nationalparks, die man womöglich als einfacherer Wanderer verpasst hätte. Auch Kargow selbst ist ein Blick wert, denn hier findet man mitunter steinalte Bäume, die mit ihren wirren Windungen für ein eigenartiges Ambiente sorgen. Aber nun geht es wirklich auf nach Röbel. Dafür müssen wir einmal den Weg nach Waren zurückfahren.

Von dort aus geht es dann über Gotthun nach Röbel. Auf Deiner Strecke begleitet Dich wieder das Ufer des Sees und sorgt für eine erholsame Aussicht. Übrigens lohnt es sich auch in Gotthun einen Zwischenstopp einzulegen. Hier kann man einige „Mühlen“ entdecken, wie beispielsweise die Schamper Mühle oder auch eine Holländer-Windmühle. Nebenher kann man auch das Großsteingrab der Schampermühle entdecken.

In Röbel angekommen zeigt sich ein ungewohnt traditioneller Ort. Eine Vielzahl an Fachwerkhäusern und mittendrin eine Synagoge geben dem Städtchen eine ganz eigene Atmosphäre. Doch auch die Moderne hält hier mit verschiedenen Events Einzug, sodass gerade Hochsommer richtig Stimmung ist.

Ich will noch nicht nach Hause

Natürlich muss in Röbel Dein Campingausflug nicht beendet sein. Das ist nur eine beispielhafte Route. In der Region selbst gibt es noch einiges mehr zu entdecken, wie beispielsweise die Uckermark oder auch die Insel Rügen. Diese beiden Ziele sind bereits einen eigenen Ausflug selbst wert, sodass man sich auch hier vorher einige Informationen beschaffen sollte.

Carsten Sommerfeld

Autor Carsten Sommerfeld - Outdoor und Camping sind seine Passion. Seit dem er Besitzer eines Wohnwagen ist, hat er praktisch jedes Problem beim Caravan-Camping auf seinen Reisen durch Europa kennlernen dürfen. Viele Lösungen, Tricks und Kniffe beim Umgang mit einen Wohnwagen verrät er auf dieser Webseite.

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