Was man beim Kauf eines Taschenmessers für das Camping beachten sollte

Eines der ältesten Werkzeuge sind Messer. Bereits die ersten Menschen benötigten messerartige Gerätschaften zum Jagen, Angeln, Schnitzen und für die Zubereitung der Mahlzeiten. Auch heute noch sind Messer unentbehrliche Hilfsmittel in vielen Lebenssituationen. Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen, speziellen Messertypen. Eines der beliebtesten – vor allem bei Jungen und Männern ist das Taschenmesser. Es kommt besonders bei Outdoor-Aktivitäten wie Camping zum Einsatz.

Das Taschenmesser

Unter dem Begriff „Taschenmesser“ sind Messer zu verstehen, die eine einklappbare Klinge besitzen. Diese Tatsache gewährleistet den gefahrlosen sowie platzsparenden Transport – etwa im Rucksack. In der Regel sind sie klein und kompakt. Es gibt sie mit einer oder mehreren Klingen oder in Kombination von Messer und weiteren Werkzeugen.

Taschenmesser können in drei Kategorien unterschieden werden:

a) Das Einhandmesser

Darunter versteht man ein einhändig zu bedienendes Taschenmesser, wie etwa das typische Klappmesser. Es besitzt lediglich eine Klinge, die durch einen mechanischen Schutz fest arretiert wird. Das Einhandmesser hat entweder eine Wellenschliff- oder aber eine glatte Schneide.

b) Das Zweihandmesser

Dieses Modell lässt sich nur mit zwei Händen öffnen: Während der Griff mit der einen Hand festgehalten wird, wird die Messerklinge, deren Rücken ein wenig aus dem Gehäuse hervorlugt, mit der anderen Hand herausgeklappt.

c) Das Schweizer Taschenmesser

Besitzt das Taschenmesser zusätzliche Werkzeuge, so wird es „Schweizer Taschenmesser“ genannt. Diese Bezeichnung hat ihre Wurzeln um das Jahr 1880 herum, als die Schweizer Armee das erste klappbare Messer einführte. Neben der Klinge besaß es einen Dosenöffner, eine Ahle sowie einen Schlitzschraubendreher.

Taschenmesser & Camping

Gerade beim Camping entpuppt sich das platzsparende sowie praktische Taschenmesser als ein nicht wegzudenkender Wegbegleiter. Wer mit dem Zelt unterwegs ist, weiß unter anderem die Vorzüge eines Taschenmessers beim Zubereiten seiner Mahlzeiten zu schätzen. Auch bei allen anderen Formen des Campings oder der Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Rad- und Kanutouren kommt diese Art von Messer regelmäßig zum Einsatz.

Vor dem Kauf solltest du dich jedoch darüber im Klaren sein, wozu du es wirklich und hauptsächlich benötigst. Ein vielseitiges Produktangebot macht die Entscheidung nicht gerade einfach: Taschenmesser unterscheiden sich nicht nur in Farbe, Form, Gewicht und Design, es liegen ferner teils enorme Preisunterschiede aber auch verschiedene Funktionalitäten zugrunde. Du kannst praktisch vom einfachen Einklingen-Taschenmesser bis hin zum sehr differenzierten Multitool alles kaufen.

Im Folgenden haben wir ein paar Kriterien, auf die du achten kannst oder sollst. Für welches Modell du dich letztendlich entscheidest, obliegt in deinem Ermessen:

a) Klingen

In erster Linie will man mit einem Taschenmesser schneiden. Aber bereits hier beginnt der Unterschied: Es gibt sowohl glatt- als auch wellig geschliffene Klingen sowie eine Mischform aus beidem.

Glattgeschliffene sind für glatte Schnitte gedacht, die mit wellig geschliffener Schneide eignen sich eher für ziehendes Schneiden. Einige Modelle haben Klingen, die vorne glatt und im hinteren Bereich wellig sind.

Vorteile eines glattgeschliffenen Messers sind das bessere Schneiden der meisten Materialien, der längere Zeitraum der Schärfe und die Tatsache, dass man die Klinge leicht auch mal selber nachschärfen kann.

b) Zusätzliche Tools

Generell entscheiden sich die meisten Camper für ein multifunktionales Taschenmesser, also ein Schweizer Taschenmesser. Warum? Ganz einfach: Es erspart die Mitnahme zusätzlicher Arbeitsgeräte und reduziert somit auch das Gewicht, was gerade auf Wanderungen immer von Vorteil ist.

Vor dem Kauf musst du dir jedoch unbedingt darüber Gedanken machen, welches der zusätzlichen Werkzeuge für dich überhaupt zweckmäßig sind. Hier eine kurze Aufzählung der gängigsten Tools und deren Einsatzmöglichkeiten beim Camping:

  • Schere: Sie kann gleich mehrfach zum Einsatz kommen: Ideales Utensil zum Schneiden von Finger- und Fußnägeln aber auch zum Abschneiden von Pflaster und Mullbinden im Falle einer Verletzung. Ferner sind Scheren beim Camping wichtig, um Verpackungen aufzuschneiden, die du als Proviant mitgenommen hast.
  • Feile: Abgebrochene Fingernägel oder das Nachfeilen nach dem Schneiden der Fuß- und Fingernägel begründen die Notwendigkeit dieses Zusatzwerkzeuges. Aber auch in anderen Situationen kann eine Feile nützlich sein, etwa dann, wenn irgendwelche unebenen, spitzen Teile – etwa an Camping-Geschirr oder Zelt – hervorragen und eine Verletzungsgefahr darstellen.
  • Zange: Zangen können dabei dienlich sein, etwas zu greifen, wenn man mit den bloßen Händen nicht drankommt. Man denke an kleinere Reparaturen, beispielsweise an Reißverschlüssen oder am Fahrrad sowie am Zelt. Mit guten Zangen kannst du zudem Drähte kappen, was ebenfalls hin und wieder notwendig sein kann.
  • Pinzette: Besonders kleine Dinge lassen sich bei Reparaturarbeiten mit einer Pinzette besser greifen als mit einer Zange. Aber auch zum Herausziehen von Stacheln, Splittern etc. sind diese Tools wichtige Hilfsmittel.
  • Schraubenzieher: Lockere Schrauben gibt es auch beim Camping. Häufige Einsatzgebiete sind die Griffe der Camping-Kochtöpfe oder Fahrräder.
  • Stech-, Bohr- und Näh-Ahle: Wer mit dem Zelt unterwegs ist weiß, dass manchmal Reparaturen anfallen, bei denen Löcher neu gebohrt oder aber vorhandene geweitet werden müssen, etwa um die Zeltschnüre neu zu fixieren. Aber auch für kleinere Reparaturen an der eigenen Kleidung kann eine Ahle von Vorteil sein.
  • Mehrzweckhaken: Ein beliebtes Einsatzgebiet ist der Zeltabbau, wo mithilfe dieses Hakens festsitzende Heringe aus dem Boden gezogen werden können.
  • Flaschen- und Dosenöffner: Viele Camper ernähren sich aus Dosen oder trinken gerne mal ein Bierchen. Da können Flaschen- und Dosenöffner leicht zum besten Freund werden.
  • Korkenzieher: Wer abends vorm Zelt gerne mal ein Gläschen Wein trinkt und eine Flasche ohne Drehverschluss mitgenommen hat, der wird dankbar für dieses Zusatzwerkzeug sein.
  • Zahnstocher: Gedacht ist er, sich aus den Zahnzwischenräumen die Essensreste zu holen. Diese kleinen „Stäbchen“ kommen auch gerne mal anderweitig zum Einsatz, etwa, wenn sich Dreck oder Sand in Verschlüssen gesammelt hat.
  • Pfeife: Sie kann in Notsituationen oder als abgesprochenes Zeichen beim Wandern mit mehreren Personen, die sich aus den Augen verloren haben, dienlich sein.
  • LED-Lampe: Wer nachts oder in Höhlen unterwegs ist oder abends im Zelt noch ein wenig lesen möchte, weiß dieses Teil besonders zu schätzen.

Es gibt noch zahlreiche weitere Werkzeuge, die ein multifunktionales Taschenmesser zieren. Viele davon eignen sich eher für Camping in Extremsituationen. Dazu gehören Gurtschneider – beispielsweise für Kürzungen der Sturmbefestigungen – oder Glasbrecher.

c) Griff

Mehrheitlich bestehen die Griffe aus strapazierfähigem, kratzfestem und pflegeleichtem Kunststoff. Angeboten werden jedoch auch solche aus Holz- oder Edelstahl. Holzgriffe offerieren eine sehr ansprechende Optik und Edelstahl kann nicht rosten. Seltener findet man Nylongriffe. Sie sind stabil, jedoch UV-empfindlich.

Dem Griff als solchem können neben dem reinen Festhalten auch weitere Aufgaben zukommen. So kommt er nicht selten als Hammer – etwa beim Einschlagen der Heringe – oder Mörser – beim Zerreiben selbst gesuchter Kräuter – zum Einsatz. Nicht ganz unwichtig ist, dass der Taschenmessergriff rutschfest sowie ergonomisch geformt ist, um die Sicherheit beim Schneiden zu erhöhen.

d) Größe

Achtung: Die augenscheinliche Größe muss nicht zwingend identisch mit der Größe der Klinge sein! Im Handel findest du unterschiedliche Größen: Es gibt sehr kleine Taschenmesser mit einem Schlüsselring, um es am Schlüsselbund oder als Art Kette um den Hals zu tragen. Desweiteren findest du mittelgroße Taschenmesser von ungefähr 10 cm Ausmaßen, die bequem in größeren Hosentaschen Platz finden, aber auch große, die eher im Rucksack Platz finden.

e) Gewicht

Beim Camping und Wandern gilt: Je weniger Gewicht desto besser! Aber auch hier variieren die Werte, ähnlich wie bei der Größe. Klar ist: Je mehr Werkzeuge ein Taschenmesser besitzt, desto schwerer wird es. Ebenso spielt das Material eine Rolle. Im Handel befinden sich Taschenmesser von 50 g bis hin zu über 250 g Eigengewicht.

f) Material

Taschenmesser bestehen aus unterschiedlichem Material bezüglich Klingen beziehungsweise Werkzeuge und Griff. Während die meisten Griffe aus Kunststoff oder Edelstahl sind, gibt es auch welche aus Holz. Siehe hierzu auch Punkt „Griff“.

Die Klingen sollten unbedingt aus robustem und formstabilem Stahl sein.

Fazit

Wenn du dir darüber im Klaren bist, ob du ein Einhand-, ein Zweihand- oder ein Schweizer Taschenmesser kaufen möchtest, solltest du deine Auswahl nach folgenden Kriterien hinterfragen:

  • Welche und wie viele Zusatzwerkzeuge benötige ich?
  • Ist die Verarbeitung hochwertig?
  • Sind die Klingen robust und rostfrei?
  • Liegt das Messer gut in der Hand und ist es leicht zu handhaben?
  • Erscheint der Klappmechanismus robust?
  • Ist das Messer klein und leicht zu verstauen?
  • Stimmt das Material? Ist es pflegeleicht, kratzfest, strapazierfähig und rostfrei?
  • Entspricht der Artikel deinen Vorstellungen bezüglich Tauglichkeit im Outdoor-Alltag?
  • Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis?

Wenn du eine Frau bist, wirst du sicherlich auch ein Augenmerk aufs Design haben.

Carsten Sommerfeld

Autor Carsten Sommerfeld - Outdoor und Camping sind seine Passion. Seit dem er Besitzer eines Wohnwagen ist, hat er praktisch jedes Problem beim Caravan-Camping auf seinen Reisen durch Europa kennlernen dürfen. Viele Lösungen, Tricks und Kniffe beim Umgang mit einen Wohnwagen verrät er auf dieser Webseite.

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