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Netiquette auf dem Campingplatz

Nettiquette auf dem Campingplatz

Nicht jeder Camper ist ein einsam stehender Autark Camper. Der Großteil der Camping Liebhaber fährt auf, mehr oder weniger umfangreich ausgestattete, Campingplätze und hat dort natürlich auch andere um sich herum stehen.

Oft liest und hört man, dass wir Camper ja alle eine große Familie und tolerante Gemeinde Gleichgesinnter sind. Ich tue es ja nicht gern, aber diesen Zahn möchte ich Ihnen gleich ziehen.  Wie auch im restlichen Leben, gibt es auf dem Campingplatz immer solche und solche Menschen.

Erwarten Sie nicht, dass jeder grundsätzlich sympathisch, freundlich und hilfsbereit ist. Seien Sie ehrlich zu sich, es gibt im Querschnitt der Bevölkerung immer Menschen, mit denen man gut auskommt und Menschen, die man eher meidet. Seien sich darüber im Klaren, dass dies auch für den Campingplatz gilt.

Da Camping extrem boomt, fahren heute auch viele auf den Campingplatz, die früher anderen Urlaub gemacht haben. Das ist ja nichts Schlimmes, aber gehen Sie einfach davon aus, dass Ihre Nachbarn vielleicht eine andere Auffassung von Camping haben. Der eine liebt es schlicht und schnörkellos, der Nächste hat sein halbes Haus dabei und liebt den Luxus. Beides,  und jede Schattierung dazwischen, hat ihre Berechtigung. Denn Camping ist das, was jeder daraus macht.

So gibt es eine gewisse Netiquette auf dem Campingplatz  und gewisse mindest Grundregeln sollte doch jeder einhalten können, oder?

Die Regeln des Campingplatzes

Beschäftigen sie sich am Besten schon, bevor Sie auf einen Campingplatz fahren, mit dessen Regeln. Es gibt Campingplätze, die sind sehr tolerant und man darf auch mal nächtens etwas lauter feiern. Andere Campingplätze haben strikte Regeln mit Mittagsruhe, Nachtruhe und ob man dort z.b. fahrradfahren darf oder auch mit dem Skateboard.

Vielleicht werden Sie es anfangs nicht glauben, aber auf manchen Campingplätzen geht es strenger zu, als im Hotel. Möchten Sie also eher feiern, sollten Sie sich vielleicht keinen Platz aussuchen, der eine strikte Nachtruhe ab 22 Uhr fordert und diese auch kontrolliert und durchsetzt.

Lieben Sie die Ruhe, ist gerade dieser Campingplatz vielleicht genau das Richtige für Sie. Eine Vorabinformation kann Jeden vor der falschen Platzwahl bewahren.

Seien sie rücksichtsvoll

Bei all Ihrem Tun auf dem Campingplatz sollten Sie sich immer darüber im Klaren sein, dass Ihr Nachbar vielleicht andere Vorlieben hat. So sollten Sie die Geräuschkulisse auf Ihrer Parzelle oder Ihrem Stellplatz so beschränken, dass Sie die Nachbarn nicht stört. Dazu gehört sowohl lautes Radio hören, Fernseh schauen, Hundegebell oder auch lautes Reden und Schreien.

Versuchen Sie rücksichtsvoll zu sein und gegebenenfalls zu berücksichtigen, dass Ihr Nachbar vielleicht ein größeres Ruhebedürfnis hat als Sie hat. Stellen Sie sich vor, dass er vielleicht im Alltag einen extrem stressigen Job hat, und auf dem Campingplatz nur Erholung und Ruhe sucht. Sie dagegen vielleicht suchen Action und Spaß. Mit einer guten Portion gegenseitiger Rücksichtnahme, sollte aber hier ein Kompromiss immer möglich sein.

Guckt Ihr Nachbar meist mürrisch? Sprechen Sie ihn doch einfach darauf an, vielleicht ist es nur eine Kleinigkeit die in stört, die man schnell beseitigen kann. Bleiben Sie nicht wochenlang neben ihm stehen, ohne mit ihm zu reden. Auf einem Campingplatz ist man seinem Nachbarn oft sehr nahe und sollte versuchen, gut miteinander auszukommen.

Und bitte, bitte schreiben Sie nicht bei Facebook: “Oh mein Nachbar schaut immer so mürrisch, der ist aber schlecht drauf!”.  

Sie lachen jetzt? Das ist wirklich gar nicht so selten. Schnell bekommt so jemand aber von anderen Gruppenmitgliedern die Empfehlung, einfach vorbei zu gehen und mit dem Nachbarn zu reden. Sich darüber bei Facebook auszulassen, ist wirklich schlechter Stil.

Muss ich jeden auf dem Campingplatz grüßen?

Hier gehen die Meinungen weit auseinander. Es gibt richtige “Grüß Fetischisten”. Die erwarten wirklich von jedem Camper, dass er sie morgens mittags und abends immer freundlich begrüßt.

Nun stellen Sie sich aber vor, Sie stehen auf einem Campingplatz mit 6000 weiteren Campern oder mehr. Wenn Sie jeden Tag, täglich zu jeder Zeit, immer grüßen sollen, haben Sie wahrscheinlich am Abend eine heisere Stimme.  

Oder eine weitere Situation:  Sie haben eine Parzelle in der Nähe des Waschhauses. Da kann es dann schon mal sein, dass da mehrere hundert Personen am Tag vorbei laufen. Ich denke keiner kann erwarten, dass man dann jeden Einzelnen davon grüßt.  Sind Sie einer der Vorbeilaufenden, akzeptieren Sie doch, dass Sie von dem Parzellenbesitzer am Waschhaus, nicht immer und zu jeder Tageszeit zurück gegrüßt werden. Vielleicht hat er an diesem Tag schon 300x “Guten Tag” gesagt?

Video: Was ist das richtige Maß für das Grüßen?

Meine Frau und ich fahren immer gut damit, wenn wir alle Camper im näheren Umkreis grüßen, und vielleicht auf dem Weg ins Waschhaus und während des gemeinsamen Geschirrspülens in der Spülküche.

Ansonsten muss ich nicht jeden Camper, der mir auf einem Weg des Campingplatzes begegnet, freundlich begrüßen und in ein Gespräch verwickeln.

Wie bei Allem gilt es hier, einfach ein rechtes Maß zu finden. Hat sich jemand augenscheinlich auf seiner Parzelle eingeigelt und möchte seine Ruhe haben, muss man das einfach akzeptieren. Andere sind vielleicht gesprächiger und haben das Bedürfnis, sich mit vielen Campern anzufreunden und zu unterhalten. Ein Pläuschchen in Ehren sollte auch hier niemand verwehren.

Oft erfährt man von solchen Campern auch Geheimtipps zu Ausflugszielen und Restaurants. Und viele nette Freundschaften haben sich aus solch einer kleinen Unterhaltung entwickelt. Seien Sie offen und freundlich, aber drängen sie sich nicht auf.

Gegenseitige Hilfe auf dem Campingplatz

Eines der Dinge, die ich am Camping besonders liebe, ist die gegenseitige Hilfsbereitschaft. Auch wenn viele sagen, dass dies in den letzten Jahren stark nachgelassen hat, finde ich es immer noch sehr angenehm. Ist man in seinem Heimatort oft schon recht isoliert und kennt kaum noch seine Nachbarn, so kann einem das auf dem Campingplatz fast nicht passieren.

Was sollte an Hilfsbereitschaft auf dem Campingplatz selbstverständlich sein?

Reist ein neuer Camper in Ihrer Nähe an, schauen Sie ob dieser einen Mover an seinem Wohnwagen hat. Wenn nicht, sollte es selbstverständlich sein, seine Hilfe beim Rangieren auf dem Platz anzubieten. Gehen Sie mit dem fremden Wohnwagen aber pfleglich um. Bewegen Sie ihn wirklich nur durch das ziehen und schieben an den Rangiergriffen, drücken Sie nicht gegen das Blech und bescheren dem Angereisten so eine Beule in seinem Wohnwagen.

Weitere Hilfe sollte man auf Anfrage immer gern gewähren, aber auch hier drängen Sie sich nicht auf. Das Vorzelt sollte an für sich jeder für sich selbst aufbauen und auch die Einrichtung von Vorzelt und Wohnwagen bleibt jedem selbst überlassen. Sehen Sie aber, dass es sich offensichtlich um Neulinge handelt, die mit dem Vorzelt nicht zurechtkommen, ist Hilfe bestimmt immer willkommen. Nicht jeder traut sich, seine Nachbarn um Hilfe zu fragen. Mit einem kühlen Getränk zum Nachbarn schlendern und seine Hilfe anbieten, wird selten abgelehnt. Aber auch hier gibt es kein Muss, helfen Sie nur wenn Sie auch wirklich möchten.

Sind sie der Neuling, erwarten sie aber nicht von vornherein, dass alle Nachbarn angestürmt kommen und ihre Hilfe aufdrängen. Einfach seine Nachbarn um Hilfe fragen, sollte doch möglich sein. Jeder hat mal angefangen und die meisten Camper helfen wirklich gern, erwarten aber, dass man sie um Hilfe fragt.

Das Camping Equipment teilen

So gut wie alle Campingfreunde haben wohl im Campingurlaub schon einmal irgendetwas vergessen. Und dann ist man froh, wenn man seine Parzellen Nachbarn um Hilfe fragen kann.

In meinem ersten Campingurlaub wurde ich von einem freundlichen holländischen Nachbarn gefragt, ob ich eventuell Desinfektionsmittel dabei hätte. Seine kleine Tochter hatte sich beim Spielen das Knie aufgeschlagen. Ich weiß noch, dass ich mega stolz war, diesem doch erfahrenen holländischen Camper, mit meinem Verbandszeug, inklusive Desinfektionsmittel, aushelfen zu können. Er hat mir dafür mit seinem Gummihammer ausgeholfen, als ich meine Heringe einschlagen wollte. Denn den hatte ich in diesem Urlaub vergessen.

So ist es doch schön, wenn man sich als Camper gegenseitig aushelfen kann. Von erfahrenen Campern kann man sehr viel lernen, das sollte man auch nutzen.

Fazit zur Netiquette auf dem Campingplatz:

Seien Sie tolerant, freundlich und hilfsbereit. Dies sind die Tugenden, die einen Camper ausmachen sollten. So sollten Sie mit Ihren Nachbarn immer gut auskommen und einen schönen Campingurlaub auf dem Campingplatz verleben können.

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Über Carsten Sommerfeld

Autor Carsten Sommerfeld - Outdoor und Camping sind seine Passion. Seit dem er Besitzer eines Wohnwagen ist, hat er praktisch jedes Problem beim Caravan-Camping auf seinen Reisen durch Europa kennlernen dürfen. Viele Lösungen, Tricks und Kniffe beim Umgang mit einen Wohnwagen verrät er auf dieser Webseite und seinem Camping Ratgeber, welchen es auch auf Amazon zu kaufen gibt.

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