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Vignette Österreich – Autobahngebühren und Maut

Für viele Urlaubsziele ist Österreich ein unweigerliches Land welches passiert werden muss, sei es für einen Aufenthalt in Italien, der Schweiz oder doch der Winter-Ski-Urlaub in Österreich selbst. Für jeden Urlauber ist die Vignette Österreich ein muss, denn sonst kann es schon mal eine saftige „Ersatzmaut“ oder sogar eine Strafe geben.

Neben der Vignette, oder auch „Pickerl“ wie sie so liebevoll genannt wird, fällt bei einigen Straßen auch noch zusätzlich die Maut an. Das sorgt oftmals für frustrierte Reisende, denn müsste man nicht eigentlich mit der Plakette ohne Maut durch das Land kommen? So werden die Österreicher gerne als Abzocker dargestellt, doch wofür ist das ganze Geld, sei es für Vignette oder Maut, eigentlich?

In den letzten Jahren hat Österreich eine Menge Geld und sehr hohe Investitionen in das Straßennetz gesteckt um eine Durchreise so komfortabel wie möglich zu gestalten. Als ein Alpenland lässt es sich gut vorstellen, das Reisende viele Berge überwinden müssen, und um diese zeitaufwendigen Unannehmlichkeiten zu beseitigen, wurden über die Jahre hinweg ganze 41 (Stand 2017) Autobahntunnel errichtet. Zusätzlich wurde das Straßennetz um 150 km neue Straße erweitert, um so schnell von A nach B zu kommen.

Solche Investitionen, hauptsächlich für den Tourismus, lassen sich nur schlecht über die Steuergelder der Bürger und Bürgerrinnen wieder ausgleichen. Somit kommen die Maut und die Vignette ins Spiel. Um zu gewährleisten, dass die Schnellstraßen, Autobahnen etc. auch in Stand gehalten werden können, gibt es für jeden Reisenden die Anforderung Maut und Vignette zu bezahlen. Das Geld fließt teils auch in Überwachungsorgane.

Da es ja immer wieder Menschen gibt, welche versuchen „kostenfrei“ durch Österreich hindurch zukommen, wird die Vignetten- und Maut-Pflicht streng nachgeprüft. So kann eine Überprüfung, bzw. eine Kontrolle über die Polizei, die Zollwache, die Mautaufsichtsbehörde oder über das AVK erfolgen. Das AVK ist die „Automatische Vignettenkontrolle“ und wird über Kameras durchgeführt.

Es mag sich seltsam anhören, aber die Regierung setzt hochauflösende Kameras ein, um die Anwesenheit von Vignetten zu überprüfen. Dabei wird das Nummernschild eingescannt und mit der Datenbank für Vignetten verglichen, ob dass gerade durchgefahrene Auto in der Datenbank vorhanden ist, wenn nicht dann kommt eine „Ersatzmaut“ per Post nach Hause. Auch dieses System muss finanziert werden, und wird mit Maut und Vignette bezahlt.

Wie bekomme ich die Vignette für Österreich?

Leider kann man sich nicht mal so durch die Kontrolle schmuggeln, weil man „das nicht wusste“. Nicht nur das die Vorzeigepflicht groß, und unübersehbar auf Straßenschildern angezeigt wird, auch Verkaufsstellen sind deutlich erkennbar mit Schildern ausgezeichnet. Die Möglichkeiten nun an solche eine Plakette zu kommen, sind sogar sehr vielseitig. Zum einen können sie „vor Ort“ erworben werden, in Tankstellen und Raststätten in Grenznähe zu Österreich.

Bei Stoßzeiten, also besonders zu den Ferien, ist diese vor-Ort-Variante doch eher mit Vorsicht zu genießen, denn der Stau kann sich von der Straße auch gerne mal vor die Kasse verlegen. Wer also nicht noch eine weitere Stunde, oder vielleicht länger warten will, der sollte die anderen drei Optionen in Erwägung ziehen.

Lesetipp: Vignette entfernen

Die Vignetten werden auch in Automobilclubs verkauft, das kann noch in Deutschland passieren, zum Beispiel beim ADAC, oder aber schon grenzübergreifend in österreichischen Stellen, wie dem ÖAMTC. Sie können auch beim Autobahnbetreiber, dem ASFINAG ergattert werden. Neben dem „Einzelhandel“, so würden wir es jetzt mal betiteln, ist eine Vignette auch telefonisch, oder über das Internet bestellbar. Bei beiden Optionen sollte jedoch eine Wartezeit von mindestens 5 Tagen eingerechnet werden.

Vignette Österreich Preise

Der Preis für eine Vignette Österreich spaltet sich jeweils in PKW und Motorrad auf. Für PKWs und Fahrzeuge, einschließlich zweispurige Fahrzeuge, bis 3,5 Tonnen gelten die neuen Tarife von 2017. So können drei Plaketten gewählt werden:

  • die 10-Tages-Vignette für 8,90€
  • die 2-Monats-Vignette für 25,90€
  • die Jahresvignette für 86,40 Euro

Bei Motorrädern gelten auch die neuen Tarife von 2017, bei denen es auch die 3 Plaketten-Arten gibt, welche jedoch etwas billiger sind. So kosten:

  • die 10-Tage Vignette 5,10€
  • die 2-Monats-Vignette 13,00€
  • und die Jahresvignette 34,40€

Wer viel reist, der kann mit der Jahresvignette extrem viel sparen, mit dem Höchstpreis von 86,40€ liegt der Preis deutlich noch unter der Hälfte, als würden die Vignetten einzeln nachgekauft werden. Dabei läuft die Jahresplakette sogar über das Jahr hinaus, da eine Jahresvignette immer ab dem 1. Dezember der vorhergegangenen Jahres, über das Jahr hinweg bis zum 31. Januar des nachfolgenden Jahres. Ist auf jeden Fall ein entgegenkommendes Angebot.

Wo Vignette für Österreich richtig anbringen?

Für eine Vignette gibt es fest vorgeschriebene Regeln, wo die Plakette am PKW, beziehungsweise am Motorrad anzubringen ist. Wir haben hier einmal zusammengefasst, was alles richtig gemacht werden kann, und wo es durchaus schief geht.

Das sollte richtig gemacht werden:

Der „Pickerl“ muss von innen, gut sichtbar, auf die Windschutzscheibe des Wagens angeklebt werden. Die dafür vorgesehene Stelle sollte auch möglichst sauber, trocken und fettfrei sein. Das hilft dabei das die Plakette auch dort bleibt, wo sie hingehört. Dafür muss natürlich auch vorher die Folie von der Vignette abgezogen werden, da sonst die klebrige Seite fehlt.
Ein empfohlener und auch geeigneter Platz ist die obere linke Ecke der Windschutzscheibe, falls dies nicht funktioniert ist auch die Scheibe hinter dem Rückspiegel zulässig.

Für ein Motorrad, welches für gewöhnlich keine Windschutzscheibe besitzt, ist ein schwer auswechselbares Teil am Vorderrad festgelegt. Das Anbringen der Vignette in der Kälte könnte sich als problematisch erproben, weshalb wir gerne darauf hinweisen, das Auto entweder zuvor zu heizen, oder, wenn es denn möglich ist, das Anbringen in der Garage zu erledigen. Genau das gilt auch, wenn die Plakette wieder runter soll.

Es ist auch sehr wichtig, dass die Trägerfolie aufgehoben wird, denn falls es mal zu Zwischenfällen kommen sollte, dann wird, nach vorzeigen der Trägerfolie, ein kostenloser Ersatz für die eigentliche Vignette ausgestellt. Auch bei der Lochung sollten sie genau schauen, ob diese richtig ist, sollte diese nicht korrekt sein, dann haftet (leider) der Fahrer des Wagens dafür.

Eine Vignette zu entfernen soll eigentlich kann leicht vonstattengehen, dadurch bevorteiligt, das sie wasserlöslich sind, jedoch gestaltet es sich doch als sehr friemelig. So können manchmal ein spezieller Vignettenschaber oder ein Glasschaber Abhilfe schaffen. Es einfach abzuziehen und die klebrigen Rückstände mit einem feuchten Tuch abzureiben tut es aber manchmal auch.

Das kann aber auch alles schief gehen:

Sollte ihr Auto einen Tönungsstreifen haben, dann sollte die Vignette etwas unter dem Streifen platziert werden, falls sie doch genau im Tönungsstreifen ist, dann kann sie als unleserlich und als „nicht vorhanden“ gewertet werden, wodurch eine Ersatzmaut fällig wird.

Auch das Anbringen an die Seitenscheiben, also an den „Einsteige-Türen“ ist eher eine schlechte Idee, auch wenn es sich dabei um feste Scheiben handelt, also dich nicht heruntergekurbelt werden können. Auch sollten nicht mehr als zwei Vignetten angebracht sein, da sie die automatische Kontrolle nur unnötig in die Länge ziehen, weshalb es auch nicht gerne gesehen wird.

„Spezielle Halterungen“ oder irgendwelche Eigenerfindungen zum Anbringen einer Vignette sollten ebenfalls vermieden werden, denn es steht eben festgeschrieben das die Vignette an die Windschutzscheibe gehört. Besonders bei Motorädern sollte darauf geachtet werden, dass die Plakette nicht an beweglichen Teilen angebracht wird, wie einer Tasche, oder noch besser, dem Helm des Fahrers.

Bußgeld für Fahren ohne Vignette

Bei den verschiedensten Vignette-Delikten kann die Geldstrafe, oder das Bußgeld doch sehr weh tun, denn die Bußgelder schwanken zwischen 65€ und glatten 3000€, dabei wird es sogar abhängig gemacht, ob das Geld gerade zur Hand ist, oder nicht.

Sollten die Mautbehörden jemanden erwischen, der ohne Vignette gefahren ist, dann wird nicht sofort eine richtige Strafe verhangen. Es handelt sich um die „Ersatzmaut“, welche aber vor Ort gezahlt werden muss. Ist das benötigte Geld nicht dabei, dann wird eine Strafe vollzogen, deren Höhe doch fast unfair erscheint, denn die Höhe liegt zwischen 300€ und 3000€.
Kann die Ersatzmaut bezahlt werden, dann kann der Tag und der darauf folgende Tag noch bedenkenlos ohne Vignette gefahren werden. Die Höhe der Ersatzmaut liegt für PKWs bei 120 Euro und für Motorräder bei 65 Euro.

Doch es gibt auch andere Strafen die geahndet werden. So zum beispiel eine manipulierte Vignette, welche für PKW 240 Euro teuer und für Motorräder 130 Euro teuer ist. Sollte diese nicht vor Ort bezahlt werden können, dann beträgt die Höhe sogar 400 Euro, dann ist es jedoch unabhängig ob es sich um ein PKW handelt oder ein Motorrad.

Weitere Strafen sind fällig für: die nicht ordnungsgemäße Anbringung der Vignette, also Beispielsweise an den Seitenfenstern; die Nutzung einer Mautstraße mit einer Vignette, welche jedoch nicht angeklebt ist; und eine nicht gelochte Zeitvignette.

Wo wird noch Maut in Österreich fällig?

Die Sachen mit der Vignette und der Maut ist etwas schwieriger zu erklären, denn in Österreich gibt es Sonderreglungen für einige Strecken im Alpenland. Allgemein kann gesagt werden, dass die Vignette ein Muss für jede Autobahn, Stadtautobahn und Schnellstraße ist, diese sind auch deutlich mit Hinweis-Schildern gekennzeichnet. Auf Landes oder Gemeindestraßen ist keine Vignette notwendig, und auch oftmals keine Maut, dafür beanspruchen diese auch mehr Fahrzeit sind teils eher unschön zu fahren.

Jetzt gibt es neben der Vignette auch die sogenannte „Sondermaut“ welche bei insgesamt 15 Autobahnen und Schnellstraßen verlangt wird. Für diese Strecken sollten sie aber die Wintersperre im Überblick behalten, denn dann sind diese Straßen nicht passierbar. Insgesamt handelt es sich dabei um vier Straßen, die unter die Wintersperre fallen. Wir haben hier eine Auflistung der jeweiligen Strecken, von der teuersten Maut bis zur günstigsten:

Maut einfache FahrtStreckeWintersperre?
35,50€Großglockner-HochalpenstraßeJa
18,00€NockalmstraßeJa
17,00€Villacher AlpenstraßeNein
16,00€Timmelsjochstraße-HochalpenstraßeJa
15,00€Silvretta-HochalpenstraßeJa
13,00€A9 Pyhrn-Autobahn gesamtNein
11,50€A10 Tauern-Autobahn, Katschberg-TunnelNein
11,00€FelbertauerntunnelNein
9,50€S16 Arlberg SchnellstraßeNein
9,00€A13 Brenner-Autobahn (gesamt)Nein
9,00€Gerlos AlpenstraßeNein
8,50€A9 Pyhrn-Autobahn/GleinalmNein
7,20€A11 Karawanken-AutobahnNein
5,00€A9 Pyhrn-Autobahn/BosruckNein
3,00€A13 Brenner-Autobahn (Stubai)Nein

 

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Über Carsten Sommerfeld

Autor Carsten Sommerfeld - Outdoor und Camping sind seine Passion. Seit dem er Besitzer eines Wohnwagen ist, hat er praktisch jedes Problem beim Caravan-Camping auf seinen Reisen durch Europa kennlernen dürfen. Viele Lösungen, Tricks und Kniffe beim Umgang mit einen Wohnwagen verrät er auf dieser Webseite und seinem Camping Ratgeber, welchen es auch auf Amazon zu kaufen gibt.

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