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Vignette Tschechien – Autobahngebühren und Maut

Ein Ort der Erholung, in dem die Fantasie zu neuen Ausmaßen erblühen kann. So fühlt sich eine Woche in dem verträumten Ländchen Tschechien an. Mit seinen herrschaftlich alten anmutigen Schlössern, den zahlreichen verlassenen Burgruinen und den mittelalterlichen Städten die bis in das 13. Jahrhundert zurückdatiert werden, bietet Tschechien eine traumhafte Kulisse für jeden romantischen Urlaub und lädt zur Entspannung ein, mit seinen Bädern.

Nicht umsonst ist Tschechien der Ort, der am häufigsten für Märchenerzählungen und Märchenverfilmungen genutzt wird. Wer weiß, vielleicht kommt für die Eine oder Andere doch der edle Ritter auf seinem weißen Ross und erbietet um die Hand. Doch wie in jedem richtigen Märchen gibt es auch die Schattenseiten. Ein eher gräulicher Schatten entpuppt sich als die Maut der Cesko (die Kurzform für Ceská republika -die Tschechische Republik). Und mit der Maut kommt auch die Vignette Tschechien daher.

Die Maut umfasst alle Autobahnen, die sogenannten “Dálnice” wodurch jede Autobahn mit einem D beschrieben wird, und die gesamten Schnellstraßen, die Rychlostní silnice mit einem R gekennzeichnet. Grundsätzlich, und damit unterscheidet sich Tschechien stark von vielen anderen Ländern, gibt es keinerlei Hinweise bei einer Autobahn, oder einer Schnellstraße, das eine Vignettenpflicht herrscht. Dafür sind wiederum die mautfreien Strecken erkennbar, da die Schilder mit einem durchgestrichenem Vignetten-Symbol ergänzt werden.

Zwischen der Tschechischen Republik und Deutschland gibt direkte Verbindungen, die eine angenehme Reise zwischen den Ländern ermöglichen. Eine direkte Strecke gibt, beispielsweise, zwischen München und Prag. Die beiden Städte sind durch die deutschen Autobahnen A9, A93 und der A6, sowie über die tschechische Dálnice D5 miteinander verbunden. Eine weitere Verbindung lässt sich zwischen Dresden und ebenfalls Prag finden. Nach der Fertigstellung der D8 am 17. Dezember 2016 ermöglicht sich eine Fahrt von Dresden aus, nach Prag, über die A17.

Für diese Strecken benötigen sie teilweise die Vignette Tschechien. Um nicht unnötig viel Geld zu verlieren, oder ausgeben zu müssen, klären wir hier einmal die wichtigsten Fragen die sich bei der Vignette Tschechien stellen und bereiten Sie auf den romantischen Urlaub in einen der mittelalterlichen Städte vor.

Wie bekomme ich die Vignette Tschechien?

Im Allgemeinen ist es überhaupt nicht schwer, oder umständlich, an eine Vignette beziehungsweise an die Vignette Tschechien zu gelangen. Sie kann theoretisch überall ergattert werden, sei es unterwegs, an der Deutsch-Tschechischen Grenze, bequem von zu Hause aus, oder in ihrer Nähe.

Die bequemste Methode ist natürlich die Onlinebestellung der Vignette Tschechien. Dafür gibt es entweder verschiedene Anbieter, wobei der Preis gleich bleiben sollte, jedoch kann der Versand immer mal unterschiedlich sein. Sie kann aber auch über die Webseiten verschiedener Automobilclubs erworben werden. Bei dem Kauf der Vignette Tschechien sollten sie aber beachten, das die Lieferzeit sich auf ganze zehn Tage erstrecken kann, also bitte nicht erst am Abend davor bestellen.

Natürlich kann die Vignette auch bei den Automobilclubs vor Ort gekauft werden. Dafür bieten sich möglicherweise der ADAC oder der AVD an. Sollten Sie bereits auf dem Weg nach Tschechien sein, dann können die Vignette Tschechien auch an Tankstellen oder Raststätten gekauft werden.

Dabei ist es egal, ob sich die Tankstelle, bzw. die Raststätte auf der deutschen oder tschechischen Seite befindet, wichtig ist nur, dass sie in der Grenznähe ist, ansonsten besteht die sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Aufkleber nicht angeboten wird. Neben den Raststätten bieten sich auch die Zollstationen der Grenze selbst an. Des weiteren kann sie in Reisebüros, Postämtern oder in den Wechselstuben Tschechiens erworben werden.

Es kann sich sogar lohnen die Vignette auf der tschechischen Seite zu kaufen, denn wenn der Wechselkurs für den Euro gut steht, dann kann man ab 50 Cent aufwärts sparen.

Vignette Tschechien Preise

Es gibt insgesamt drei verschiedene Arten der Vignette Tschechien und damit auch drei verschiedene Preise die für eine Vignetten-Art zutrifft. Die erste Option ist die 10-Tages-Vignette für 310 CZK. Das macht im gegenwärtigen Wechselkurs etwa 11,70 Euro. Wie der Name der 10-Tages-Vignette es bereits sagt, hält sie insgesamt 10 Tage -Kalendertage!- nach dem Kauf an, und verliert danach ihre Gültigkeit.

Die Zweite, der drei Varianten, ist die 1-Monats-Vignette für 440 CZK. Das entspricht etwa 16,60 Euro, und ist im Vergleich zu anderen mautpflichtigen Ländern ein richtiges Schnäppchen, da sich auch der Preis zur 10-Tages-Vignette nicht stark abhebt. Auch diese Vignette erhält ihre Gültigkeit nach dem Kauf und wird dann für insgesamt 30 Tage -wieder Kalendertage!- lang anhalten und danach nicht mehr brauchbar sein.

Die letzte Option die sich für die Vignette Tschechien ermöglicht, ist die Jahresvignette. Ihr Preis beläuft sich auf 1500 CZK, was sich scheinbar nach sehr viel anhört, es jedoch ein erschwinglicher Preis ist. Rund 57 Euro kostet die Jahresvignette umgerechnet, womit die Tschechische Republik wieder deutlich unter dem Durchschnittspreis anderer Länder liegt. Bei dieser Vignette läuft die Gültigkeit jedoch nicht für 365 Tage, ihre Wertigkeit ist etwas anders.

Eine Jahresvignette ist immer, egal ab welchem Datum man sie sich kauft, ab dem 1. Dezember des Vorjahres, das Hauptjahr über, bis zum 31. Januar des Folgejahres gültig. Für das Jahr 2017 würde die Gültigkeit wie folgt aussehen: Bereits ab dem 1. Dezember 2016 ist die Vignette in Tschechien gültig, sie hält dann das Jahr 2017 über lang an, und wird erst am 31. Januar 2018 ungültig.

Vielleicht ist es noch gut zu wissen, das sich alle drei Vignetten voneinander visuell unterscheiden. So gibt es immer einen Aufdruck eines Großbuchstabens, sowie eine gänzlich eigene Farbe.

Für 2017 ist die 10-Tages-Vignette mit einem D bedruckt, mit lila Farbe unterlegt und besitzt eine dreieckige Form (nur der Klebe-Teil der zweiteiligen Vignette).

Die 1-Monats-Vignette besitzt ein M, eine gelb-orange Färbung und ist quadratisch. In Grün kommt die Jahresvignette daher, ist mit einem R bedruckt und ist kreisrund.

Wo die Vignette Tschechien richtig anbringen?

Es ist wichtig darauf zu achten, dass die Vignette Tschechien ordentlich und gut sichtbar an das Auto angebracht ist. Dabei wäre es doch noch wichtig zu erwähnen, das nur PKW-Fahrzeuge mit einer Vignette ausgestattet werden müssen. Motorräder hingegen müssen im “schlimmsten” Fall eine Abwicklung zahlen, jedoch ist eine Vignette für sie nicht nötig.

Die Vignette ist aus zwei Teilen aufgebaut: aus einem klebenden Teil und einem Quittungsabschnitt. Dabei ist wichtig, dass beide Abschnitte im Fahrzeug mitzuführen sind. Der Quittungsabschnitt muss im Auto mitgeführt werden, da er bei einer Kontrolle vorgezeigt werden muss, ob diese Vignette auch zu dem Fahrzeug gehört.

Der klebende Teil der Vignette sollte hingegen gut sichtbar, von innen an die Frontscheibe geklebt werden. Am meisten wird dafür die untere rechte Ecke genommen. Sie kann aber auch am gesamten äußeren Rand der Frontscheibe angebracht werden, oder an den Scheiben hinter den Seitenspiegeln.

Gut sichtbar muss hier vielleicht nochmal hervorgehoben werden, denn wenn die Vignette nicht klar erkennbar ist, da sie beispielsweise in dem Sonnenschutzstreifen klebt, dann kann das auch bereits zu einer Strafe führen. Das passiert jedoch in Tschechien eher selten.

Neben dem richtigen Anbringen der Vignette ist auch die korrekte Beschriftung wichtig. Auf der Plakette gibt es insgesamt zwei Felder die auszufüllen sind, beide jeweils mit dem polizeilichen Kennzeichen des Wagens. Die Schrift muss gut leserlich sein, und darf auch nicht im Nachhinein verblassen, deswegen: Finger weg vom Bleistift! -oder ähnlichen schwachen Stiften-.

Ist die Vignette einmal an die Innenseite der Frontscheibe angebracht, sollte diese nicht wieder abgenommen werden, bis ihre Gültigkeit abläuft. Nicht nur das die Neuverwendung, beispielsweise auf einem anderen Fahrzeug strafbar ist, sondern auch das Entfernen der Vignette sich als echte Herausforderung entpuppen kann. Auch nach dem Ablaufen der Vignette kann es einige Schwierigkeiten beim Entfernen geben. Deshalb haben wir uns bereits damit befasst, wie man am besten den klebenden Abschnitt von der Windschutzscheibe abbekommt -> Lesetipp: Vignetten entfernen.

Bußgeld für das Fahren ohne Vignette

Auch wenn Tschechien sonst mit sehr einladenden Preisen lockt, bei den Bußgeldern machen sie dann wiederum keinen Halt. Sollten Sie einmal dabei erwischt werden, wie Sie die Verkehrswege ohne eine Vignette benutzen, dann kann es eine Strafe von 5000 CZK geben. Das macht 189 Euro, und damit ist ein Bußgeld genauso hoch wie in Österreich oder in der Schweiz. Neben diesem Bußgeld, kommt ja dann noch der Preis der Vignette, die zwingend nachgekauft werden muss, hinzu. Schon sind wir dann bei über 200 Euro.

Sollte die Angelegenheit zu einem Verwaltungsverfahren ausarten, dann wartet oftmals eine saftige Strafe von 100.000 CZK. Insgesamt 3750 Euro kostet es dann.

Wo wird noch Maut in Tschechien fällig?

Weitere Mauten, oder Sodermauten sind bisweilen nicht bekannt. Es wird nur für PKW-Fahrer eine Vignette verlangt, wenn sie die Autobahnen oder Schnellstraßen benutzen. Es ist also nicht mal zwingend notwendig eine Vignette Tschechien zu kaufen, denn mit einigen kleinen Umwegen können Sie auch so einige Ziele erreichen.

Um einer Strafe, oder dem Kauf einer Vignette zu entgehen, ist es möglich die Autobahnen und Schnellstraßen zu umgehen. Dafür gibt es einige Schleichwege, Seitenstraßen und öffentliche Wege die keine Vignette, bzw. Maut verlangen.

Doch das Meiden kann zu einer echten Geduldsprobe werden, besonders wenn Sie eher zum Herzen des Landes, wie zum Beispiel Prag, oder es gleich ganz durchfahren wollen um in die Slowakei zu gelangen. Deshalb lohnen sich nur einige Orte, gerade die Grenznahen, wo man die Autobahnen umfahren kann. Bei weiteren Strecken in das Land hinein, sollte eine Vignette doch bevorzugt werden, denn auch wer sich die Vignette spart, die Umwege verschlucken auch meistens mehr Sprit.

Gute Beispiele zum Sparen sind die Kurbäder Marienbad und Karlsbad. Sie kommen beispielsweise über den Grenzübergang “Schirnding/Pomezí” und wollen nach Marienbad. Die wenigen Kilometer Autobahn, bis nach Marienbad, dafür lohnt sich keine Vignette und ein kleiner Umweg ist zu empfehlen. Der einfachste Weg ist es, die erste Ausfahrt nach Cheb zu nehmen, dann durch die Stadt Cheb selbst hindurch zu fahren und dann schnurstracks der Straße nach Marienbad folgen.

Weitere Möglichkeiten wären der Grenzübergang “Mähring/Broumov”, bei dem Sie gleich eine ausgeschilderte mautfreie Strecke nach Marienbad finden. Oder bei der Grenze zu Waidhaus. Dafür müssen Sie nur die A6 bei Waidhaus direkt verlassen.

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