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Wohnmobil kaufen von privat – Das sollten Sie wissen!

In vielen verschiedenen Maßen, Bauformen, Grundrissen, wie Ausstattungen finden sich heute Wohnmobile auf dem Markt. Bevor es also an den Kauf eines solchen geht, gilt es sich Gedanken darüber machen, welches das richtige Gefährt für einen ist. Nur, wer sich von Anfang an genau überlegt, welches Wohnmobil für ihn geeignet ist, kann sich die Suche vereinfachen. Demnach macht es Sinn, sich vorab Gedanken darüber zu machen, wie viele Betten, wie Sitzplätze nötig sind.

Möchten Sie nur im Sommer oder auch im Winter verreisen? Soll es lediglich stets Richtung Süden gehen oder bevorzugen Sie ebenso kältere Regionen? Stehen Sie mit Ihrem Wohnmobil vorzugsweise auf Campingplätzen oder doch lieber auf Stellplätzen oder gar frei? All dies bestimmt, was Ihr Wohnmobil haben sollte.

Weitere Fragen, die Sie sich vor dem Wohnmobilkauf stellen sollten:

  • Wie viel Zeit verbringen Sie in Ihrem Wohnmobil? Je mehr Zeit Sie hier verbringen, desto mehr Platz sollte das Mobil bieten. In diesem Fall, ist natürlich auch genügend Stauraum sehr wichtig.
  • Wie viele Personen verreisen stets mit Ihnen? Dies definiert die benötigten Schlafplätze, aber ebenso die zugelassene Sitzplatzanzahl mit Sicherheitsgurten.
  • Benötigen Sie beheizte Tanks, um auch in den kälteren Monaten campen zu können?
  • Sind Sie häufig in Deutschland auf Tour? Besuchen Sie mit Ihrem Wohnmobil gerne Städte? In diesem Fall, ist es natürlich wichtig, dass das Wohnmobil über eine grüne Plakette verfügt.
  • Wie viel Komfort benötigen Sie?

Viele wissen vor dem Kauf eines Wohnmobils gar nicht, was Sie genau wollen und brauchen. In diesem Fall kann es sich bezahlt machen im Vorfeld mehrmals ein Wohnmobil gemietet zu haben.

Wohnmobil vom Händler oder doch lieber privat kaufen?

Beide Möglichkeiten bringen natürlich ihre Vor-, wie Nachteile mit. Wer ein Wohnmobil beim Händler erwirbt, hat den Vorteil, dass er meist eine einjährige Gewährleistung bei Mängeln auf das Fahrzeug. In einigen Fällen bieten die Händler noch eine zusätzliche Garantie an. Auf diese Weise, sind Sie relativ gut abgesichert, sollte es in dieser Zeit zu Mängeln am Wohnmobil kommen. Lediglich Verschleißteile, wie Bremsen und Co sind hier nicht in der Garantie enthalten. Zumal die Gewährleistung ohnehin gesetzlich vorgeschrieben ist, so dass Händler diese geben müssen.

Der Nachteil beim Wohnmobilkauf von einem Händler ist aber klar der Preis, denn dieser ist meist immer höher, als bei einem privaten Kauf. Schließlich kostet eine solche Gewährleistung auch den Händler Geld, so dass diese natürlich bezahlt werden will. Hinzu kommt, dass der Händler vorab einen Fahrzeugcheck vornimmt und gegebenenfalls Reparaturen vornimmt. Auch das Kostet. Zu guter Letzt will der Händler dann auch noch was am Wohnmobil Verkauf verdienen.

Wohnmobilkauf von Privat bringt keine Gewährleistung mit

Die genannte Gewährleistung müssen Privatverkäufer hingegen nicht geben. In den meisten Standardkaufverträgen steht aus diesem Grund der Satz geschrieben: „Das Fahrzeug wird unter Ausschluss der Sachmängelhaftung verkauft.“ Lediglich, wenn der Privatverkäufer diverse Mängel am Wohnmobil bewusst verschweigt, gilt dieser Ausschluss aber nicht.

Fragen Sie demnach den Verkäufer, ob das Fahrzeug bereits einen Unfall hatte und dies wird verneint, obwohl dem nicht so ist, kann der Kaufvertrag später angefochten, das Wohnmobil zurückgegeben oder eine Kaufpreisminderung erwirkt werden. Aus diesem Grund, ist es immer sinnvoll vorab alle Probleme, wie Schäden zu erfragen und diese schriftlich im Kaufvertrag festzuhalten. Im Schadenfall können Sie so diese Punkte stets nachweisen.

Wer ein älteres Wohnmobil kaufen möchte, kann dies besser von Privat tun. Meist ist ein Privatkauf weitaus günstiger, da es für Händler schwierig ist eine Gewährleistung für ältere Fahrzeuge zu geben.

Wo können Sie ein gebrauchtes Wohnmobil kaufen?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wo Sie Ihr gebrauchtes Wohnmobil finden können:

  1. Google

Die berühmte Suchmaschine kann sehr hilfreich sein, wenn Sie bereits wissen, was Sie genau suchen.

  1. Lokale Händler

Hier können Sie sich natürlich die verschiedenen Fahrzeuge direkt genau ansehen und sich von einem Profi beraten lassen. Unter Umständen finden sich sogar verschiedene Wohnmobilmodelle zur Auswahl, so dass Sie die Unterschiede ersehen können.

  1. Online-Portale

Online-Portale machen es natürlich bequem, wenn es um die Wohnmobilsuche geht. Mobile.de oder auch ebay-kleinanzeigen.de bieten neben anderen Portalen eine große Auswahl an.

  1. Zeitungsannoncen

Sind Sie lieber analog unterwegs, können Sie natürlich ebenso die Kleinanzeigen in Zeitungen für die Wohnmobilsuche nutzen oder hier gleich selbst eine Anzeige aufgeben.

Versicherung, Steuern, wie Unterhaltskosten gilt es im Vorfeld zu checken

Bevor Sie ein Wohnmobil kaufen, gilt es unbedingt festzustellen, wie viel dieses Fahrzeug im Unterhalt kosten wird. Der Kaufpreis ist eine Sache, eine andere die Kosten für Versicherung, Steuern, Sprit, wie Reparaturen. Um die Kosten vorab kontrollieren zu können, benötigen Sie allerdings die Zulassungsbescheinigung 2. Die laufen Kosten richten sich stets nach dem Fahrzeugtyp, sowie nach den Reisegewohnheiten. Im Grunde gilt hier aber stets, je größer das Wohnmobil, desto teurer wird der Unterhalt für das Fahrzeug.

Das Wohnmobil immer vor Ort genau unter die Lupe nehmen

Haben Sie Ihr gewünschtes Wohnmobil gefunden und die wichtigsten Fragen bereits im Vorfeld geklärt, gilt es das Fahrzeug natürlich vor Ort genau unter die Lupe zu nehmen. Für die Besichtigung sollte man sich stets ausreichend Zeit lassen. Mindestens zwei Stunden sollten es hier schon sein.

Hinzukommt, dass Sie den Verkäufer vorab darum bitten sollten, dass er etwas Gas, Wasser, sowie Benzin auf dem Wohnmobil lässt, damit sämtliche Funktionen ausgiebig geprüft werden können. Haben Sie im Grunde eigentlich gar keine Ahnung von solchen Mobilen, empfiehlt es sich stets einen Experten zum Besichtigungstermin mitzunehmen. Natürlich können Sie mit dem Fahrzeug auch zur nächsten TÜV- oder DEKRA-Stelle fahren.

Folgende Dinge gilt es außen am Wohnmobil genau zu untersuchen:

  • Ist das Dach des Wohnmobils in Ordnung?
  • Wie sieht die Außenwand des Fahrzeugs aus?
  • Finde sich Risse, Dellen oder sogar Löcher am Wohnmobil?
  • Besitzt das Wohnmobil viele Rostflecken?
  • Finden sich Farbunterschiede in der Lackierung?
  • Hat das Fahrzeug bereits einen Hagelschaden?
  • Funktionieren alle Lichter, Blinker und Co einwandfrei?
  • Funktionieren Scheibenwischer, Wasseranlage, Spiegelverstellung, Markise und Treppe ohne Probleme?
  • Finden sich Schäden an der Frontscheibe?

Des Weiteren gilt es auch unter das Wohnmobil zu sehen. Entdecken Sie Rost oder Ölflecken, sollte vielleicht ein Experte das Fahrzeug noch einmal genau unter die Lupe nehmen, wenn Sie lediglich ein Laie sind.

Folgende Dinge gilt es hingegen im Inneren des Wohnmobils zu checken:

  • Wie lautet der Kilometerstand?
  • Passen die Lenkradabnutzung und der Zustand der Pedale, wie der Sitze zu diesem Stand?
  • Schließen Sie alle Türen und Fenster und bleiben Sie anschließend ein paar Minuten draußen stehen. Riecht es im Inneren des Fahrzeugs im Anschluss nach Schimmel oder Moder, ist hier Etwas nicht richtig dicht.
  • Finden sich im Inneren schwarze Flecken auf den Sitzen oder irgendwo anders ist dies ein Zeichen für Schimmelbildung oder Feuchtigkeit.
  • Prüfen Sie Wasserhähne, elektrische Geräte, Toilette, Abflüsse und Co genau.
  • Wie sieht es mit den Batterien aus?
  • Wie sieht das Innere des Frischwassertanks aus? Hat sich hier an den Wänden bereits ein schmieriger Film gebildet?
  • Wie sehen die Polster und die Matratzen aus?
  • Wie gut wurde der Innenraum im Allgemeinen gepflegt?
  • Schließen Sie außerdem 200 Volt von außen an und prüfen Sie ob die Geräte, sowie die Beleuchtung des Fahrzeugs mit Strom versorgt werden.

Machen Sie immer eine Probefahrt mit dem Wohnmobil

Wenn Sie mit dem Wohnmobil eine Probefahrt machen, achten Sie stets auf jedes noch so kleine Geräusch. Fahren Sie eine gewisse Strecke auch ruhig mit offenem Fenster.

  • Wie gut funktionieren die Bremsen?
  • Klappert oder quietscht es irgendwo?
  • Funktioniert die Gangschaltung leichtgängig?
  • Schleift vielleicht die Kupplung?
  • Zieht das Fahrzeug während der Fahrt zur Seite oder hat die Lenkung etwa Spiel?
  • Fahren Sie am besten auch ruhig über die Autobahn, über unebenes Kopfsteinpflaster und durch einige Kreisverkehre. Auf diese Weise fallen Probleme leichter auf.

Interview samt Kaufvertrag beim Abschluss des Wohnmobilkaufs

Bevor es jetzt ans Unterschreiben des Kaufvertrags geht, gilt es den Verkäufer noch einmal richtig zu interviewen.

Folgende Fragen sollten Sie unbedingt stellen:

  • Aus welchem Grund wird das Wohnmobil verkauft?
  • Wie viele Vorbesitzer insgesamt hatte das Fahrzeug bereits?
  • Gibt es Schäden, die durch Unfälle verursacht wurden?
  • Gab bzw. gibt es irgendwelche Defekte am Fahrzeug?
  • Wann sind Gasprüfung, sowie TÜV wieder nötig?
  • Ist die Abgasbescheinigung, wie TÜV überhaupt vorhanden?
  • Gibt es das Gelbe Gas-Buch, sowie Checkhefte und ABEs überhaupt?

Passt alles so weit, Ihr Bauchgefühl stimmt und Sie sind sich auch über den Preis des Wohnmobils einig, kommt der Kaufvertrag zum Einsatz. Erwerben Sie das Fahrzeug bei einem Händler, wird dieser Ihnen einen entsprechenden Vertrag vorlegen. Bei einem Privatkauf hingegen ist es ratsam sich eine Vorlage vom ADAC zu besorgen.

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Über Carsten Sommerfeld

Autor Carsten Sommerfeld - Outdoor und Camping sind seine Passion. Seit dem er Besitzer eines Wohnwagen ist, hat er praktisch jedes Problem beim Caravan-Camping auf seinen Reisen durch Europa kennlernen dürfen. Viele Lösungen, Tricks und Kniffe beim Umgang mit einen Wohnwagen verrät er auf dieser Webseite und seinem Camping Ratgeber, welchen es auch auf Amazon zu kaufen gibt.

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