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Anhängerführerschein – Führerschein für Wohnwagen

Ob es einen speziellen Führerschein für Wohnwagen und Wohnmobile gibt, kann man nicht direkt mit Ja oder Nein beantworten. An sich gibt es im eigentlichen Sinn keine extra Fahrerlaubnis für Wohnmobile, jedoch teilweise für Wohnwagen, also Anhänger.

Bevor man sich also einen schicken Wohnwagen zulegt, sollten Sie genau prüfen, welche Fahrzeuge Sie mit Ihrem Führerschein fahren dürfen und welche Zugmaschinen zur Verfügung stehen.

Wer die Fahrlizenz nach 1999 erwarb, wurde grundlegend in den Möglichkeiten eingeschränkt. Im Jahr 2013 gab es eine Änderung in den sämtlichen Führerscheinklassen, sodass das Leben zum Thema Wohnwagen etwas erleichtert worden ist. In Fragen Wohnmobil gab es wiederum 2016 neue Einschränkungen.

Daher möchte Ihnen dieser Ratgeber erklären, welchen Führerschein Sie für Wohnmobil oder Wohnwagen brauchen, sodass etwas Licht im Führerscheindschungel erscheint.

Die uralte Führerscheinklasse 3

Wer das Glück hatte, seinen Führerschein vor 1999 machen zu dürfen, muss sich schon sehr anstrengen, um an die Grenzen und Einschränkungen des Führscheins zu kommen. Wer in die Scheckkarte schaut, sollte folgende Führerscheinklassen vorfinden können:

  • B
  • BE
  • C1
  • C1E
Führerschein B3 1997
Führerschein von 1997

Mit diesen kann man beinahe alles fahren.

Welches Reisemobil darf nun gefahren werden?

Wer seinen Führerschein nach 1999 gemacht hat, wird feststellen, dass in der Scheckkarte nur wenig notiert ist. Bei den meisten wird wahrscheinlich eh nur ein Sternchen bei B und eventuell noch bei M oder L stehen. Doch es stellt sich die Frage, was die einzelnen Klassen bedeuten und was darf mit diesen gefahren werden?

Der Ratgeber wird auf die kleinen Klassen wie M, L, A oder AM nicht eingehen, da diese für die Beantwortung der Frage irrelevant sind.

Der Klassiker – Führerscheinklasse B

Mit der Führerscheinklasse B dürfen Sie mehrspurige Kraftfahrzeuge mit einer Gesamtmasse bis zu 3500 Kilogramm fahren. Darüber hinaus ist es erlaubt, einen Anhänger mit einem Gewicht bis zu 750 Kilogramm zu ziehen. Dank der Gesetzesänderung im Jahr 2013 dürfen nun auch größere Anhänger, wie Wohnwagen, gezogen werden, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass das Gesamtgewicht des Zugfahrzeuges und das des Anhängers 3,5 Tonnen nicht überschreiten.

Dadurch ist es bereits mit der Führerscheinklasse B erlaubt, ordentliche Kombinationen von Gespannen zu fahren, ohne dass eine spezielle Prüfung abgelegt werden müsste. Zu beachten ist, dass nicht das tatsächliche Gewicht, sondern die im Fahrzeugschein hinterlegten maximal Gesamtgewichte von dem entsprechenden Zugfahrzeug sowie Wohnwagen gelten. Darüber hinaus gilt diese Klasse auch für Wohnmobile.

Der Anhängerführerschein

Für alle Autofahrer gilt, wer eine höhere Anhängelast mit seinem PKW ziehen möchte, benötigt in jedem Fall einen Anhängerführerschein. Die Führerscheinklasse B erlaubt zwar das Ziehen eines Anhängers, jedoch nur bis zu einem Gesamtgewicht von 750 kg.

Sollte der Anhänger eine zulässige Gesamtmasse haben, die wiederum geringer ist als das Leergewichts des Zugfahrzeuges, welches den Anhänger zieht, sodass der Anhänger und Auto zusammen weniger als 3,5 Tonnen ergeben, darf das Gespann mit der Klasse B bewegt werden.

Alles was darüber liegt, darf ohne eines entsprechenden Anhängerführerscheins nicht gezogen werden.

Wer jedoch ein Gespann mit höherem Gesamtgewicht bewegt und dabei nur einen Führerschein der Klasse B besitzt, fährt zum einen ohne einen gültigen Führerschein und zum anderen wird eine deftige Strafe riskiert.

Um dies zu vermeiden, benötigt man einen zusätzlichen Anhängerführerschein. In diesem Fall wird zwischen der Klasse B und der Erweiterung B96 sowie der Klasse BE unterschieden. Die Klasse B96 ist lediglich eine Erweiterung zur Führerscheinklasse B, während bei der Klasse E eine Ergänzungsklasse darstellt.

Die Klasse B96

Hierbei handelt es sich um die Führerscheinklasse B mit einer Erweiterung. Dieser Zusatz wurde 2013 eingeführt. Der Zusatz 96 kann ohne einer theoretischen Prüfung einfach erworben werden. Durch den Zusatz wird erlaubt, ein Gesamtgewicht von Zugfahrzeug und Anhänger bis zu 4250 Kilogramm zu fahren. Aber auch hier gelten das maximale Gewicht aus dem Fahrzeugschein sowie die maximale Last des Anhängers.

Kosten für die Ausbildung und Prüfung

Jeder Autofahrer, der einen Führerschein der Klasse B96 erwerben möchte, muss an einer theoretischen Schulung, die bis zu 2,5 Stunden dauern kann, teilnehmen. Des Weiteren ist eine 3,5 stündige praktische Übung von Nöten. Bei den Übungen handelt es sich darum, dass das Rangieren und das Rückwärtsfahren sowie andere Fahrtätigkeiten mit Gespann geübt werden. Unter diesen Umständen kann sich der Fahrschüler im öffentlichen Straßenverkehr beweisen.

Die entsprechende Schulung muss in einer Fahrschule durchgeführt werden, jedoch muss keine Prüfung abgelegt werden. Des Weiteren kann man diese Schulung bereits während der Ausbildung zur Klasse B absolvieren. Nachdem die Schulung erledigt worden ist, erhält der Schüler eine entsprechende Bescheinigung von der Fahrschule. Diese ermöglicht es, dass man eine Erweiterung des Führerscheins bei der Führerscheinstelle beantragt. Somit würden zusätzliche 250 Euro für die Erweiterung des Führerscheins zu den Schulungskosten kommen.

Die Klasse BE

Diese Klasse ist ebenfalls eine Erweiterung der Standard Klasse B, sodass man auch mit ihr Gespanne mit einem Gesamtgewicht von über 3500 Kilogramm bewegen darf. Hier darf jedoch der Anhänger lediglich 3,5 Tonnen wiegen, das Zugfahrzeug darf ebenfalls nicht mehr auf die Waage bringen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass eine Gespannkombination nicht mehr wie 7 Tonnen wiegen darf.

Tatsächlich kann man die Klasse BE als der Wohnwagen Führerschein betrachten, mit dem fast alles gezogen werden darf.

Gleichzeitig kann man mit dieser Klasse einen Anhänger mit dem Wohnmobil ziehen, sofern man innerhalb der erlaubten Gesamtgewichte bleibt.

Kosten für die Ausbildung und Prüfung

Bei der Klasse E handelt es sich um eine Ergänzungsklasse, die gleichzeitig als eigenständig gesehen wird. Um diese zu erhalten, muss der Fahrer für den Erwerb drei Stunden Überlandfahrt, eine Stunde Autobahn und eine Stunde Nachtfahrt in einer Fahrschule seiner Wahl absolvieren. Natürlich müssen auch das Einparken, das Rückwärtsfahren sowie Fahren in der Stadt geübt werden.

Die hier genannten Stunden sind Pflicht, wie viele es am Ende tatsächlich werden, hängt vom einzelnen Fahrer und seinem Können ab. Wie bereits erwähnt ist eine theoretische Prüfung nicht nötig, doch es muss eine praktische Prüfung mit einer Dauer von 45 Minuten abgelegt werden. Hier belaufen sich die Kosten auf etwa 200 Euro, die wiederum aufgrund der Stadt oder Region variieren können.

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Über Carsten Sommerfeld

Autor Carsten Sommerfeld - Outdoor und Camping sind seine Passion. Seit dem er Besitzer eines Wohnwagen ist, hat er praktisch jedes Problem beim Caravan-Camping auf seinen Reisen durch Europa kennlernen dürfen. Viele Lösungen, Tricks und Kniffe beim Umgang mit einen Wohnwagen verrät er auf dieser Webseite und seinem Camping Ratgeber, welchen es auch auf Amazon zu kaufen gibt.

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