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Anti-Schlinger-Kupplungen Basiswissen

Der schlimmste Alptraum wird für viele Camper wahr, wenn der Wohnwagen plötzlich während der Fahrt ins Schlingern oder Pendeln gerät und dieser dann in Folge dessen mit auf der Straße einfach umkippt. Aber, wie kann so etwas überhaupt passieren? Gerät der Wohnwagen ins Pendeln führt dies ausgehend vom Pendelausschlagmaß zu einer verstärkten Rückstellkraft. Unter anderem setzt sich diese sowohl aus der Seitenführungskraft des Reifens, welche den Wohnwagen hinter den PKW zurückzwingt, als auch aus dem Fahrtwind, welcher auf die Seitenwand drückt zusammen.

In diesem Fall wird das Pendeln des Caravans stärker, wenn die genannte Energie größer ist als der bremsende Reibeeffekt um den Drehpunkt. Dies bleibt so lange so, bis die Reifen nicht mehr fähig sind die Seitenkraft zu übertragen und im Anschluss wegrutschen bzw. der Wohnwagen umkippt. Bereits ab Werk verfügen viele Wohnwagen über mechanische Energievernichter. Experten sprechen in diesem Fall von Sicherheitskupplungen, während Camper diese auch Schlingerdämpfer oder Anti-Schlinger-Kupplungen nennen.

Wozu sind Anti-Schlinger-Kupplungen gut?

Zu den verbreitetsten Produkten auf dem Markt gehören derzeit die AKS-Serie von Alko, sowie die WS-Kupplungen des Herstellers Winterhoff. Da die Stabilisierungseinrichtung immer zum Gewicht des Wohnwagens passen müssen, gibt es diese in unterschiedlichen Ausführungen. Alle Modelle sitzen aber stets im Kupplungsmaul der Anhängevorrichtung.

Je nach System presst hier ein Hebel zwei oder vier Reibebeläge an den Kugelkopf der Anhängerkupplung. Dieser sollte stets sauber sein und keine Lack-oder Fettreste vorweisen. Durch den Anpressdruck der Reibbeläge wird zudem der Bremsmoment der Reibbeläge erzeugt, welcher dann mehr als 300 Newtonmeter beträgt. Sowohl Nick-, als auch Pendelbewegungen werden durch diese Bremskraft wirksam unterdrückt.

Hier gilt es allerdings zu beachten, dass die Anti-Schlinger-Kupplung geöffnet werden sollte, wenn das Fahrzeug rangiert wird. Auf diese Weise verringert sich dann der Kraftaufwand und auch die Beläge werden geschont. Genau, wie andere Bremsbeläge kommt es mit der Zeit auch bei den Reibbelägen zum Verschleiß, so dass diese erneuert werden müssen, wenn dies der Fall ist. Ersichtlich wird der nötige Tausch nach dem Ankuppeln, wie Aktivieren der Stabilisierungsvorrichtung an der Verschleißanzeige. Erscheint jetzt nicht das Signal Ok, gilt einen Austausch vorzunehmen.

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Das sollten Sie ebenfalls wissen:

Hören Sie während der Fahrt merkwürdige, knarrende Geräusche, beeinträchtigt dies nicht die Funktionsweise der Stabilisierungsvorrichtung, so dass sich hier keine Gedanken um die Geräuschentwicklung machen müssen. Verursacht wird diese häufig verschmutzte, angerostete, verzinkte oder beschichtete Kupplungskugeln. Zudem können ebenfalls die Reibelemente verunreinigt sein. In diesem Fall kann eine Reinigung mit Sandpapier Abhilfe schaffen.

Wie lässt sich das Schlingern des Wohnwagens noch verhindern?

Es gilt immer daran zu denken, dass in einem schlingernden Wohnwagen stets jede Menge Energie steckt. Je schwerer und länger der Caravan ist, desto mehr Energie ist zugegen. Demnach sollte die erste Vorsichtsmaßnahme sein, dem Wohnwagen die Energie zu entziehen. Dies erfolgt durch Reduzierung des Tempos und somit heißt es runter vom Gas und rauf auf die Bremse.

Wenn es sein muss, gilt es hier auch etwas fester das Bremspedal zu betätigen. Keineswegs sollte in solchen Situationen ein Gegenlenken erfolgen oder gar das verstärkte durchtreten des Gaspedals, denn dies kann schlimme Folgen haben.

Frühere Stabilisierungsvorrichtungen waren eine Gefahr für den Fahrer

Einige Stabilisierungsvorrichtungen, die im Jahr 1980 produziert wurden, galt es noch seitlich an der Deichsel anzubringen. So erfolgte die Dämpfung in diesem Fall durch Bremsklemmen, welche es von manuell festzuziehen galt. Diese wirkten auf dann auf die Flacheisen ein und waren recht umständlich. Zudem waren diese stets gefährlich für die Schienenbeine der Fahrer.

Welches Innenleben bringen Anti-Schlinger-Kupplungen mit?

Die offene Zugkupplung wird beim Ankuppeln über die Anhängerkupplung des Wohnwagens manövriert und im Anschluss eingerastet. Wird jetzt die Spannhebel nach unten gedrückt, führt dies zu einer Fixierung der Kupplungskugel. Im gleichen Zuge führt dies dazu, dass die Reibelemente  angelegt und fest gegen den Kupplungskopf gedrückt werden. Auf diesem Wege kommt die nötige Stabilisierung zu Stande.

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