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Öl nachfüllen – Ratgeber

Für einen reibungslosen Lauf des Automotors ist das Motoröl zuständig. Von Zeit zu Zeit sollte daher der Ölstand überprüft werden. Zwar verbleibt das Öl innerhalb des Motors, doch kann es sich aufbrauchen und muss dann in jedem Fall nachgefüllt werden, sonst drohen teure und irreparable Schäden.

Die wichtigsten Aufgaben des Motoröls

Um zu verstehen, wie wichtig die ausreichende Menge Öl für den Motor ist, sollte seine Aufgabe beschrieben werden. Während des Betriebs werden die unzähligen beweglichen Motorteile geschmiert, damit keine trockene Reibung entsteht und auch nichts „heißlaufen“ kann. Viele Tausend Umdrehungen macht so ein Motor – pro Minute. Den Verschleiß bei unzureichender Schmierung kann man sich leicht vorstellen. Umso wichtiger, wenn alles reibungslos verläuft.

Vielleicht haben Sie den Ausdruck „Kolbenfresser“ schon einmal gehört. Hier sind Teile des Motors aufgrund fehlenden Öls blockiert, die störungsfreie Lauf ist nicht mehr gegeben. Kommt es soweit, ist oft nichts mehr zu retten und teure Reparaturen stehen an. Wieviel günstiger scheinen hier doch ein paar Liter guten Öls, die genau dieses Szenario verhindern.

Der Ölstand kann leicht selbst kontrolliert werden. Wie das funktioniert und wie Motoröl gegebenenfalls nachgefüllt werden kann, erklärt der folgende Ratgeber.

Video: Öl nachfüllen

Ölkontrollleuchte

Jedes Auto verfügt über eine Ölkontrollleuchte. Zu finden ist sie bei den Armaturenanzeigen in der Nähe des Tachos. Alarmierend ist sie in Rot oder Orange gehalten und trägt ein kleines Ölkännchen als Symbol. Sie leuchtet jedoch erst, wenn die letzte Ölstandsmessung und das Nachfüllen vernachlässigt wurden und vielleicht schon sehr lange her sind.

Ein Ölstandsmesser in der Tiefe des Behälters sorgt dafür, dass bei niedrigem Ölpegel die Warnleuchte aufleuchtet, d. h. die rettende Flüssigkeit ist fast aufgebraucht. Sofort sollte dann Öl nachgefüllt werden – die teuren Folgen sind Ihnen bereits bekannt.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Ölstandsmessung

Für die erfolgreiche Ölstandsmessung muss einiges beachtet werden. Am besten ist der Motor warm, denn in kaltem Zustand ist das Öl zähflüssig und verteilt sich nicht richtig. Eine Messung in kaltem Motorzustand kann irreführend sein. Warten Sie nach dem Motorlauf etwa zehn Minuten, bis Sie die Messung starten. Aber passen Sie auf Ihre Hände auf, denn der Motor ist noch heiß und könnte Ihre Haut verbrennen.

Der sogenannte Peilstab ist das Instrument der Wahl bei der Ölstandsmessung. Zu finden ist er in der Regel im Motorraum. Gekennzeichnet ist er durch einen farbigen Ring, durch den der Peilstab herausgezogen wird. Suchen Sie ihn vergebens, werfen Sie einfach einen Blick in die Betriebsanleitung, die jedem Fahrzeug beiliegt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Ölstandsmessung

Halten Sie die Reihenfolge genau ein, dann kann nichts schiefgehen:

  • Ziehen Sie Handschuhe an, um Ihre Hände vor dem Öl zu schonen.
  • Halten Sie einige Papiertücher bereit.
  • Öffnen und sichern Sie die Motorhaube.
  • Suchen und identifizieren Sie den Peilstab (auch das Handbuch gibt hinweisende Informationen über die Lage).
  • Ziehen Sie den Peilstab am Ring heraus und wischen Sie mittels Papiertuch das untere Ende ab.
  • Schieben Sie ihn nun wieder bis zum Anschlag in die Halterung.
  • Ziehen Sie ihn nun erneut heraus (langsam und vorsichtig) und lesen Sie auf der Skala den Ölstand ab.
  • Der Ölstand sollte sich zwischen den beiden Markierungen auf dem Peilstab befinden, dann stimmt die Menge des vorhandenen Öls.
  • Peilstab nun wieder zurückstecken.
  • Entsichern und schließen Sie zum Schluss noch die Motorhaube.

Vielleicht fragen Sie sich, weshalb der Ölstab abgewischt, wieder eingesteckt und erneut herausgezogen wird. Während der Fahrt ist das flüssige Öl in Bewegung und zeigt keine eindeutige Markierung an. Daher muss der Stab zunächst gereinigt und dann in den beruhigten Ölspiegel eingeführt werden. Nur so ist eine aussagekräftige Messung gegeben.

Noch ein Wort zu den Markierungen am Ölpeilstab: Sie befinden sich am unteren Ende und sind durch Bezeichnungen wie „Min“ und „Max“ (minimal und maximal) gekennzeichnet. Zur Verdeutlichung finden Sie zwei Einkerbungen. Befindet sich der Ölstand über dem Maximalwert, sollten Sie eine Werkstatt aufsuchen, die das überflüssige Öl ablässt.

Es besteht die Gefahr, dass der Motor verschlammt. Der ideale Ölstand pendelt sich zwischen den beiden Anzeigen ein. Ist er jedoch dem untern Ende („Min“) näher oder sogar darunter, ist dies ein Signal dafür, dass dringend Öl nachgefüllt werden muss.

Nun kennen Sie den Ölstand Ihres Fahrzeugs.

Welches Öl ist das richtige?

Wer schon einmal Motoröl kaufen wollte, stand vielleicht ratlos vor einer endlosen Reihe verschiedenster Flaschen. Das nachzufüllende Öl muss in jedem Fall zu dem bereits im Motor befindlichen Öl passen. Es gibt drei verschiedene Arten von Motorölen:

  • mineralische
  • halbsynthetische
  • synthetische

Doch welches passt wozu?

Mineralisches Motoröl

Mit mineralischem Motoröl werden oft ältere Fahrzeuge versorgt. Ein Raffinierungsvorgang sorgt dafür, dass aus Rohöl Mineralöl wird. Hierbei werden die schlechten Bestandteile des Öls entfernt und gleichartige Moleküle bleiben übrig.

Synthetische/halbsynthetische Öle

Bei synthetischen Ölen handelt es sich um sogenannte „designte Produkte“. Hier „bauen“ die Ölhersteller Molekülketten mit den gewünschten Eigenschaften. Doch unterscheidet man hier zwischen synthetisch und halbsynthetisch:

Synthetische Öle bieten zwar zahlreiche Vorteile, weil sie exakt die gewünschten Voraussetzungen erfüllen, doch sind sie gerade für ältere Autos ungeeignet. Ihre Motoren wurden unter anderen Bedingungen hergestellt – das hängt mit gewissen Toleranzen einzelner Motorbestandteile zusammen. Diese sind im Wesentlichen größer, als bei den neueren Automodellen. Daher benötigen ältere Fahrzeuge Motoröle mit veränderter molekularer Struktur.

Hier liefern halbsynthetische Öle den Kompromiss zwischen mineralisch und synthetisch. Ihre Basis ruht auf dem bereits bekannten Mineralöl, dem – je nach Anforderung – ein mehr oder weniger großer Anteil von vollsynthetischen Ölen beigemischt wird. Dieser Vorgehensweise sorgen für eine Verbesserung der Schmiereigenschaften und der Temperaturbeständigkeit. Teilsynthetische Öle sind auch deutlich günstiger, als vollsynthetische Öle.

Viskosität

Auch die Viskosität spielt eine wesentliche Rolle, die mit Bezeichnungen wie „15W-40“ oder „5W-30“ belegt wird. Sie geben an, für welchen Temperaturbereich das Öl angewendet werden kann und wie flüssig es beim Erhitzen wird. Vorwiegend werden Mehrbereichsöle verwendet (10W-40). Sie sind für sämtliche Außentemperaturen im Sommer wie im Winter geeignet. Unterschiedliche Hersteller sind zweitrangig, solange die Viskositätsklasse übereinstimmt.

Wie Sie Öl richtig nachfüllen

Zum Nachfüllen des Öls sollte der Motor vollständig kalt sein. Das schließt auch die Verletzungsgefahr durch heiße Metallteile aus. Bitte achten Sie darauf, kein Öl zu verschütten, das beim Erhitzen des Motors anfangen könnte, zu schwelen. Der dabei sich entwickelnde Rauch kann bei der Fahrt durchaus gefährlich werden.

Den Einfüllstutzen für das Motoröl finden Sie oben auf dem Motorblock. Der Schraubverschluss hat häufig die gleiche Farbe, wie der Ring des Ölpeilstabs.

Soweit dieser kleine Exkurs in die Zusammensetzung von Motorölen. Welches Öl Ihr Fahrzeug benötigt, verrät das Handbuch des Fahrzeugherstellers, das Sie in Ihrem Handschuhfach finden dürften. Der letzte Ölwechsel in der Werkstatt wird auf einem kleinen Zettel oder Fähnchen vermerkt, das sich am Ölpeilstab oder Einfüllstutzen befindet. Hier ist auch die Ölsorte festgehalten. Ist jedoch weder der letzte Ölwechsel noch die Ölsorte nachvollziehbar, ist es an der Zeit für einen kompletten Ölwechsel, der jedoch Sache eines Fachmanns ist.

So füllen Sie erfolgreich Motoröl nach:

  • Ziehen Sie Handschuhe an.
  • Halten Sie das passende Motoröl, einen Trichter sowie Papiertücher bereit.
  • Achten Sie auf einen vollständig abgekühlten Motor.
  • Öffnen und sichern Sie die Motorhaube.
  • Drehen Sie den Schraubverschluss des Einfüllstutzens entgegen dem Uhrzeigersinn. Nur so lässt er sich öffnen.
  • Füllen Sie die nötige Menge Öl nach, doch seien Sie vorsichtig bei der Dosierung, damit nichts überläuft.
  • Prüfen Sie erneut den Ölstand und füllen Sie – falls nötig – noch ein wenig nach.
  • Nehmen Sie verschüttetes Öl mit den Papiertüchern auf (sonst Rauchentwicklung bei der Fahrt).
  • Verschließen Sie den Einfüllstutzen nun mit dem Uhrzeigersinn.
  • Entsichern und schließen Sie die Motorhaube.

Sie sehen, Ölstand messen und Öl nachfüllen ist keine Kunst. Angst muss man davor auch als Laie nicht haben. Der Motor dankt es  und läuft wie geschmiert!

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