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Eigenen Wohnwagen vermieten: Schnell verdientes Geld oder doch zu hohes Risiko?

Zahlreiche Internetportale befassen sich inzwischen mit dem sogenannten Camper-Sharing. Schließlich lässt sich mit der privaten Vermietung des eigenen Wohnwagen bzw. Wohnmobils schnell einige Euros einfahren. Aber lohnt sich dieses Geschäft tatsächlich oder findet sich auch hier der eine oder andere Haken?

Chris Möller, der Gründer der Camper-Vermiet-Plattform, Campanda, sagt von sich er würde zwei Dinge niemals vermieten. Zum einen gilt dies für seine Ehefrau und zum anderen meint Möller damit seinen Wohnwagen. Dennoch hat er ein Internetportal ins Leben gerufen, wo private und gewerbliche Vermieter ihre Fahrzeuge an den Mann oder die Frau bringen können.

Damit steht Chris Möller auch nicht alleine dar, denn inzwischen finden sich viele ähnliche Plattformen im Netz, wie Shareacamper. Auch Anbieter aus dem Ausland sind zudem seit dem  letzten Jahr hierzulande auf diesem Markt zu finden, denn Deutschland bietet in diesem Bereich den größten Markt an.

Sämtliche Portale nennen zudem stets unterschiedliche Summen, wenn es um die durchschnittlichen Gewinne der Vermieter geht. Schließlich ist dieser davon abhängig, wie häufig im Jahr der Wohnwagen vermietet wird und wie oft der Besitzer selbst mit seinem Fahrzeug verreist. In der Hauptsaison ist die Nachfrage außerdem weitaus größer, als in der Nebensaison. Ein jeder Vermieter kann bei allen Plattformen zudem eigenständig den Vermietungspreis bestimmen. Nach wie vor sind diese Preise aber bei den privaten Vermietern niedriger, als bei den Gewerblichen.

Welche Vor-, wie Nachteile bringt dieses Geschäft für Vermieter und Mieter mit?

Auf den ersten Blick scheint auch hier die Rechnung klar zu sein, denn die Mieter machen mit der Vermietung ihrer Wohnwagen ein lukratives Geschäft. Gerade Einsteiger erhalten so eine Chance das Campen für sich zu entdecken, ohne sich gleich selbst einen Caravan für viel Geld kaufen zu müssen. Natürlich bleibt hier aber auch der Vermieter nicht auf der Strecke.

Beispiel:

Chris Möller, Inhaber der Plattform Campanda, vermietet selbst regelmäßig einen 15 Jahre altes Alkovenmobil der Marke Niesmann + Bischoff. Insgesamt 120 Tage hatte er seinen Wohnwagen im letzten Jahr vermietet und so glatte 12.000 Euro eingenommen. Abzüglich 3.800 Euro, die für Versicherungen, Reparaturen und Service bezahlt werden mussten, blieben ihm am Ende 8.200 Euro Gewinn übrig.

So handelte es sich hier um ein Wohnmobil, dennoch ist dies auch mit der Vermietung eines Wohnwagens möglich. Allerdings werden diese für weniger Geld vermietet, so dass das oben genannte Beispiel bei einem Caravan immerhin noch 5.880 Euro einbringen würde.

Es ist im Grunde immer ratsam eine solche Vermiettätigkeit auch beim Finanzamt anzugeben. Lediglich der Gewinn wird hier dann versteuert, denn eine Einkommenssteuer wird in diesem Fall nur fällig, wenn die Einnahmen der Vermietung die laufen Kosten übersteigt. Kommt es im Jahr stets zu einem Reingewinn von über 256 Euro gilt es einen Steuerberater zu kontaktieren. Wer außerdem im Vorfeld eine Selbstfahrer-Vermietversicherung abgeschlossen hat, sollte eine Gewerbeanmeldung vornehmen.

Kleinere Kosten und bessere Ressourcennutzung

Keineswegs ist die Grundidee des Sharings ausschließlich der Kapitalgewinn, denn durch das Vermieten bzw. Teilen soll es zu einer besseren Ressourcennutzung kommen. Schließlich können sich auf diese Weise auch Menschen etwas leisten, was ihnen ansonsten verwehrt bleiben würde, weil die Anschaffung zu kostspielig wäre. Der Besitz rückt demnach beim Share Economy eher in den Hintergrund. Viel mehr spielt es eine Rolle, dass zu Dienstleistungen und Waren ein bezahlbarer Zugang geschaffen wird.

Zudem finden sich auf solchen Internetplattformen diverse Bewertungen von Vermietern, wie Mietern, die sie sich hier gegenseitig geben. Ein Vorteil, denn diese sind öffentlich einsehbar, so dass im Netzwerk eine soziale Kontrolle entsteht. Kein Vermieter ist zudem gezwungen eine jede Anfrage anzunehmen.

Wohnwagen-Besitzer können demnach nach einer ersten Kontaktaufnahme mit einem Mieter ebenso die Mietanfrage ablehnen. Wer sich zusätzlich noch eine Portion mehr Sicherheit wünscht, kann außerdem eine Rechtsschutzversicherung für Vermieter in Anspruch nehmen, allerdings werden die meisten Schadensfälle stets von den bestehenden Versicherungspolicen abgedeckt.

Wer einen Wohnwagen mieten möchte, findet verschiedene Internetplattformen

  1. Nach eigenen Angaben besitzt Campanda die derzeit größte Flotte an Privatvermietern hierzulande. An drei Standorten, dazu gehören Berlin, Boston und Bordeaux, arbeiten insgesamt rund 45 Mitarbeiter dieses Unternehmens. Zudem finden sich in Deutschland 17 Servicestationen, die sowohl Übergaben an die Vermieter der Wohnwagen, als auch Service-Checks an den Fahrzeugen vornehmen können, wenn der Caravan-Besitzer dies möchte. Wer außerdem möchte, kann hier seinen Wohnwagen ganzjährig an den Stationen unterstellen. Dies kostet zwei Euro pro Tag, so dass Besitzer lediglich ihren Caravan abholen können, wenn wieder eine Reise ansteht.
  2. Auch bei Sharecamper soll es jetzt ab dem Frühjahr ein Netz geben, welches dann Servicepartnern zur Verfügung stehen soll. Profi-Vermieter, aber auch Händler übernehmen hier dann die Service-Checks und kümmern sich um die Vermietung. Bisher war es stets so, dass Mieter und Vermieter eigenständig die Absprachen vornahmen und vorgedruckte Protokolle zur Übernahme nutzen. Laut des Gründers handelt es sich hier um ein Reisebüro, wie Sorgentelefon für Caravan-Mieter, sowie –Vermieter. Zudem ist dieses Portal auf Privatleute spezialisiert. Was zuvor mit drei Leuten in den eigenen vier Wänden begann, findet jetzt in einem Berliner Büro mit insgesamt 20 Mitarbeitern statt.

Lohnt sich dieses Wohnwagen-Geschäft wirklich?

Wer seinen Wohnwagen vermietet, deckt seine Haltungskosten und bessert zudem seine Reisekasse ein wenig auf. Demnach lohnt es sich durchaus seinen privaten Caravan weiter zu vermieten, denn auf diese Weise lassen sich das Hobby, sowie die Fahrzeugfinanzierung vornehmen. Dank dieser Portale funktioniert das Mieten, wie Vermieten des Wohnwagens außerdem unkomplizierter. Die Nachfrage ist zudem sehr hoch.

Wer demnach Freude daran hat sein Fahrzeug mit anderen zu teilen und somit seinen Wohnwagen lediglich als Nutzfahrzeug sieht, kann mittels der Zusatzversicherung gerne eine Probe aufs Exempel starten. Caravan-Besitzer, die hingegen schweißnasse Hände und Herzrasen bekommen, wenn sie nur daran denken, dass ein Fremder hier sein Fahrzeug steuert, sollten von einer Wohnwagenvermietung besser Abstand nehmen.

Was ist eine Vermiet-Versicherung?

Private Wohnwagen-Vermieter können eine sogenannte Selbstfahrer-Vermietversicherung in Anspruch nehmen. Allerdings kostet diese spezielle Versicherung häufig über 50% mehr, als eine reguläre Police. Zudem ist die Selbstbeteiligungssumme meist weitaus höher bei einer solchen Vollkaskoversicherung. Des Weiteren ist es dann erforderlich den Wohnwagen alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung zu bringen, anstatt alle drei Jahre. Aus diesem Grund lohnt sich eine solche Versicherung nur, wenn das Fahrzeug rund 100 Tage im Jahr vermietet wird.

Seit letztem Frühjahr gibt es aber auch eine sogenannte taggenaue Zusatzversicherung, die einige Portale im Netz anbieten. Mieter zahlen diesen Versicherungsbeitrag stets bei der Mietbuchung an das gewählte Portal. Auf diese Weise kann der Vermieter seine regulären Versicherungen weiter behalten und nutzen, so dass diese auch im Falle eines Schadens nicht steigt.

Je nachdem, welches Portal gewählt wurde, sind in diesen Versicherungspaketen mit Vollkaskoversicherung  auch zusätzliche Sicherheiten zu finden. Demnach beinhalten diese einen Schutzbrief, Gepäck-, Veruntreuungs-, sowie Reiseversicherungen. Leider findet sich aber auch bei der taggenauen Zusatzversicherung ein Nachteil, denn kommt es zu einer längeren Nutzung des Mietwohnwagens ist dieser nicht mehr versichert.

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