Tipps für die Außenreinigung eines Wohnmobils

Bestimmt möchten Sie Ihr teuer erworbenes Wohnmobil so lange wie möglich genießen. Erhalten Sie den Wert Ihres mobilen Hauses, indem Sie es 1-2-mal im Jahr einer gründlichen Außenreinigung unterziehen. Die richtige Reinigung erfordert etwas Zeit und Vorbereitung, aber es lohnt sich.

Wie und wo Sie die Reinigung Ihres Campers am besten durchführen und welche Produkte sich für die Wohnmobilpflege eignen, berichten wir hier.

Wo kann ich mein Wohnmobil reinigen?

Automatisierte Reinigung in der Waschstraße

Herkömmliche Waschstraßen sind in den seltensten Fällen auf die Dimensionen und Ansprüche von Wohnmobilen ausgelegt. Lkw-Waschanlagen scheinen die Lösung zu sein. Weichen Sie jedoch nur auf Lkw-Waschanlagen aus, wenn diese explizit die Reinigung für Wohnmobile anbieten. Andernfalls könnten aggressive Waschbürsten und Reiniger die dünne Lackschicht des Wohnwagens beschädigen.

Ungünstig ist allgemein, wenn an sensiblen Stellen wie Fenster, Türen oder dem Unterboden durch maschinelle Waschung Wasser ins Fahrzeug eindringt. Es ist daher ratsam, die Fahrzeugpflege eines Wohnwagens oder Caravans per Hand vorzunehmen. Bei der empfohlenen Handwäsche können Sie Ihr Wohnmobil gezielt auf Kratzer kontrollieren und empfindliche Anbauten wie Solarpanels oder Marquise gesondert reinigen.

Handwäsche zu Hause

Zu Hause sollten Sie Ihr Wohnmobil an einem Schattenplatz reinigen, um Schlierenbildung durch zu schnelles Abtrocknen zu verhindern. Sie müssen vor der Reinigung auf dem eigenen Grundstück oder vor der eigenen Haustür allerdings die örtlichen Vorgaben zum Wasserhaushaltsgesetz kennen. Grundsätzlich ist die Wagenwäsche in Deutschland aus Umweltschutzgründen nur auf bebautem Boden erlaubt und vielerorts stark eingeschränkt. Schließlich könnten die verwendeten Reinigungsmittel und schädliche Ölreste ins Grundwasser gelangen und dieses verunreinigen.

Fahrzeugpflege wie Politur ohne Gebrauch von Wasser können Sie problemlos zu Hause durchführen. Hierbei gilt es, die Regelungen zur Sonntagsarbeit in Ihrer Gemeinde zu beachten.

Nutzen Sie zur Sicherheit praktische Waschboxen an der Tankstelle oder Waschstraße für die Reinigung.

Selbst waschen in einer Waschbox

In einer überdachten SB-Box einer Waschanlage lässt sich Ihr Fahrzeug geschützt vor Sonneneinstrahlung reinigen. Bei der Wohnmobilreinigung sollte man nicht am Wasser sparen, um Verkratzungen vorzubeugen. Ein Wasserschlauch oder Hochdruckreiniger sollte daher in erreichbarer Nähe sein. In einer Waschbox stehen Hochdruck- und Schaumreiniger und oftmals auch Hebebühnen für die Dachreinigung bereit.

Ein positiver Aspekt für die Umwelt ist hier, dass das Waschwasser in der SB-Waschbox ordnungsgemäß aufgefangen und aufbereitet wird.

Die richtige Außenreinigung des Wohnwagens

Typische Verunreinigung eines Wohnwagens

Wohnmobile werden nicht nur auf Reisen stark beansprucht, sie stehen häufig dauerhaft im Freien und sind der Witterung ausgesetzt. Dadurch entstehen hartnäckige schwarze Regenstreifen unter der Dachkante. Dach und Felgen sind anfällig für Grünspan. Verschmutzungen auf den Fensterscheiben durch Insekten wirken unschön und stören die Sicht. Staub und Pollen setzen sich auf Lack und in den Zwischenräumen fest. Sand und Matsch verschmutzen den unteren Bereich des Fahrzeugs. Vogelkot greift den Lack ganz besonders an.

Hartnäckig ist zudem Baumharz, das sich wirksam mit einem Spezialreiniger entfernen lässt. Fette und Öle kann ein Intensivreiniger lösen.

Die richtigen Pflegemittel

Berücksichtigen Sie bei der geplanten Fahrzeugpflege neben der Art der Verschmutzung auch die Beschaffenheit der zu reinigenden Komponenten Ihres Fahrzeugs. In der leichten Bauweise moderner Wohnmobile werden die unterschiedlichsten Materialien verarbeitet. Dazu gehören Kunststoffe, Gummi, Glas, Fiberglas, unterschiedliche Metalle und lackierte oder folierte Oberflächen. Diese bedürfen einer angepassten Pflege.

Sammeln Sie Informationen aus Gebrauchsanweisungen und Händlerempfehlungen für Ihr spezifisches Fahrzeug, bevor Sie die Fahrzeugreinigung Ihres Wohnmobils beginnen. So können Sie gezielt Reiniger für Acrylglas und Kunststoffteile besorgen, die durch die Wahl ungeeigneter Produkte Schaden nehmen würden. Acrylglas kann bei falscher Behandlung leicht zerkratzen und Kunststoffe könnten brüchig werden.

Sie finden für alle Bauteile Ihres Campers spezielle Reiniger im Handel. Wem dies zu kostspielig ist, der sollte auf einen materialschonenden Allzweckreiniger für die Fahrzeugpflege ausweichen.

Vorgehensweise der Außenreinigung

Bei der Außenreinigung arbeitet man sich von oben nach unten vor, beginnt also mit dem Dach. Hierbei ist eine Leiter oder Hebebühne unerlässlich. Erkundigen Sie sich, ob Ihr Wohnmobildach behutsam betreten werden darf. Spülen Sie vom Dach ausgehend das gesamte Fahrzeug mit Wasser ab, um erste Staubteilchen abzuwaschen und Schmutz einzuweichen. Mit einem geeigneten Autoshampoo z. B. von Koch Chemie und einem sehr weichen Schwamm oder einer Waschbürste kann die Reinigung erfolgen. Hierbei sollte das Reinigungsutensil häufig gesäubert werden und ausreichend Wasser zum Einsatz kommen. Andernfalls wirkt es durch angesammelte Schmutzteilchen wie Schmirgelpapier auf dem Lack.

Die Windschutzscheibe bekommen Sie mit einem Glasreiniger und einer Teleskop-Waschbürste streifenfrei. Denken Sie an versteckte Stellen wie Trittstufen und Türrahmen sowie Tank- und Toilettenklappe. Diese lassen sich gut mit einem Mikrofasertuch sauber wischen. Abschließend bringt ein spezieller Felgenreiniger aus dem Fachhandel die Felgen zum Glänzen. Je nach Camper-Modell gibt es verschiedene Anleitungen, um zusätzlich den Unterboden instand zu halten.

Die Wäsche mit dem Hochdruckreiniger

Die Reinigung der Außenhaut können Sie auch mit einem Hochdruckreiniger durchführen, den Sie in jeder SB-Waschbox finden. Sparen Sie Dichtungen und Lüftungsgitter aus, damit kein Wasser eindringt. Sie weichen dabei alle Flächen mit den entsprechenden Reinigungsmitteln ein und spülen diese mit dem Hochdruckreiniger ab. Achten Sie auf einen Mindestabstand von 30 cm, bei folierten Flächen besser 50 cm. Wenn Sie Bedenken beim Einsatz eines Hochdruckreinigers haben, orientieren Sie sich an den Herstellerempfehlungen und der Bedienungsanleitung.

Tipps für den äußeren Glanz und zusätzlichen Schutz

Ganz zum Schluss kommt die Frage, Wachsen oder Politur. Für zusätzlichen Glanz können Sie die Außenseite mit einer hochwertigen Wohnmobil-Politur polieren. Durch minimalen Abtrag der oberen Lackschicht lassen sich so kleine Kratzer und Unebenheiten im Lack beseitigen.

Für zusätzlichen Schutz sollten Sie die Außenhaut des Wohnmobils nach der Politur wachsen. Das Wachs füllt kleine Kratzer auf und ist wasserabweisend. So schützt es den Lack optimal vor Regen und Hitzeeinwirkung. Bringen Sie Politur oder Versiegelung nach den Herstellerangaben auf feuchtem oder trockenem Lack auf.

Denken Sie noch daran, Dichtungen zu pflegen. Wenn Sie diese mit einem fettenden Pflegestift, dem geeigneten Silikonspray oder Talkum behandeln, bleiben sie elastisch.

Fazit

Ganz abgesehen von der schönen Optik verlängern Sie die Lebensdauer Ihres Campers durch die richtige Außenreinigung. Überlassen Sie Ihr Gefährt nicht achtlos Rost und Materialverschleiß. Wenigstens einmal im Jahr sollten Sie eine intensive Reinigungsaktion starten.

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