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Wasserpumpen im Wohnwagen

In Wohnwagen haben sich lediglich zwei verschiedene Bauarten von Wasserpumpen etabliert. Zum einen finden sich demnach in fast allen Caravans die sogenannten Tauchpumpen. Diese hängen direkt im Frischwassertank und verrichten hier in der Regel zuverlässig ihre Arbeit. Tauchpumpen kosten im Schnitt zwischen 15 und 50 Euro und sind damit recht preiswert zu haben.

Zum anderen gibt es dann noch die sogenannten Druckwasserpumpen, welche zum Teil über 270 Euro kosten können. Druckwasserpumpen, Werden zudem außerhalb des Wassertanks installiert und versprechen ein Höchstmaß an Wasserqualität. Welche Vor-, wie Nachteile diese beiden Pumpenarten mitbringen, erläutern wir Ihnen im nachfolgenden Artikel.

Tauchpumpen lassen sich auch als Kreiselpumpen bezeichnen

Ein großer Vorteil von Tauchpumpen ist, dass diese direkt im Wassertank sitzen und somit keine Saughöhe überwinden müssen. Betrachten wir das Ganze aus physikalischer Sicht ist eine Tauchpumpe, welche auch als Kreiselpumpe bezeichnet werden kann, eine Art Strömungsmaschine. So nutzt diese mit Hilfe eines Laufrads die Zentrifugalkraft um das Wasser zu fördern. Dieses wird von dem Pumpenrad, welches rotiert, mitgerissen und so nach außen bewegt. Auf diese Weise erhöht sich der Druck in der Pumpenkammer, so dass das Wasser in das Druckrohr gepresst wird.

In Wohnwagen kommen überwiegend Tauchpumpen zum Einsatz, die von Unternehmen, wie Reich und Comet hergestellt werden. Diese Modelle sind kostengünstig, im Vergleich zu anderen Pumpen unkompliziert im Aufbau und außerdem in verschiedenen Leistungsklassen zu haben. Tauchpumpen, die rufen zudem bei der Fördermenge null den größten Druck hervor, wenn sie gegen ein geschlossenes System ihre Arbeit aufnehmen müssen. Steigert sich hingegen die Fördermenge nimmt der Druck im System ab.

So sind diese Tauchpumpen so konzipiert, dass sie eine lange Lebensdauer mitbringen und demnach einige hundert Betriebsstunden einwandfrei funktionieren können. Diese Pumpen verfügen über eine Leistungsaufnahme von 10 bis 75 Watt und schaffen damit einen Druck von 0,5 bis 2,1 Bar. Pro Minuten fördern sie auf diese Weise zwischen 10 und 25 Liter Wasser. Bereits eine Tauchpumpe mit 0,5 Bar ist in der Lage Wasser auf eine Höhe von fünf Meter zu fördern.

Kommen hingegen leistungsstärkere Pumpen mit gleich zwei Motoren zum Einsatz, wie es sie von der Marke Tandem oder Power Jet gibt, ist es ohne Probleme möglich ebenso bei längeren Leitungen oder gleichzeitig mehreren geöffneten Hähnen stets genügend große Wassermengen mit ausreichend Druck zu liefern. Überzeugt die vorhandene Tauchpumpe im Wohnwagen demnach nicht den Besitzer kann dieser die Pumpe gegen ein stärkeres Modell eintauschen oder aber zusätzlich eine Verstärkerpumpe zum Einsatz bringen. Letzteres gibt es von der Marke Comet für einen Preis von circa 15 bis 25 Euro.

Eine Verstärkerpumpe wird dann außerhalb des Wassertanks in die Leitung montiert bzw. geflanscht. Im Schlauch muss hier dann allerdings das Wasser einseitig stehen, denn genau wie Tauchpumpen sind auch Verstärkerpumpen nicht selbstansaugend konzipiert. Zahlreiche Tauchpumpen besitzen außerdem eine eingebaute Entlüftung, so dass diese unverzüglich nach dem Eintauchen Wasser fördern können. Zudem ist in diesen Pumpen ein Rückschlagventil zu finden, welches zuverlässig verhindert, dass bei Stillstand die Leitungen gänzlich leerlaufen.

Da Tauchpumpen außerdem über einen elektrischen Antrieb verfügen, ist es stets notwendig, dass sämtliche spannungsführenden Teile gut abgedichtet sind. Aus diesem Grund sind Bodengruppe, sowie die Pumpengehäuse aus Kunststoff mit Deckel via Ultraschall gut verschweißt. Gleiches gilt im Übrigen ebenso für den Wellenaustritt und die Kabeldurchführung, denn auch diese müssen unbedingt wasserdicht sein. So wird der Elektromotor mit Hilfe einer Gummilippe abgeschottet und gleichzeitig verfügt diese über eine Fetteinlagerung.

Tauchpumpen gelten stets als wartungsfrei

Im engen Gehäuse des Motors können beim Betrieb extrem hohe Temperaturen entstehen. Diese werden dann allerdings über das Wasser in dem die Tauchpumpe arbeitet, ohne Probleme abgeführt.

Häufig kommt es lediglich zu einem Ausfall der Pumpe, wenn diese längere Zeit trockenläuft. Dies kann mehrere Gründe haben. So kann die Tauchpumpe unter Umständen nicht richtig im Wasser hängen oder aber es wurde aus Versehen ein Hebelmischer angehoben, so dass der Mikroschalter geschlossen wurde, der die Pumpe eigentlich aktivieren sollte. Befindet sich die Pumpe nicht mehr gänzlich im kühlen Nass, kann sich das Gehäuse so stark erhitzen, dass es sich aufbläht, so dass es zum Totalausfall kommen kann. Demnach sollte keine Tauchpumpe lange Zeit trockenlaufen, denn kein Modell hält dies lange aus.

Wer einen Trockenlauf vermeiden will, kann in diesem Fall zusätzlich einen separaten Trockenlaufschutz einbauen. Das kleine Modul der Marke Comet eignet sich für Tauchpumpen die eine Leistung von bis zu 45 Watt mitbringen. So wird dieses Modul in die elektrische Zuleitung, also außerhalb des Wassertanks, installiert und kostet ungefähr 40 Euro.

Kommt es zu einem Trockenlauf der Pumpe reagiert hier die zusätzliche Technik auf die zügig ansteigende Drehzahl des Motors und somit auf die gleichzeitig erzeugte höhere Aufnahme des Stroms. Ungefähr nach einer Minute kommt es dann zu einer Unterbrechung der Stromzufuhr, so dass die Pumpe keinen Überhitzungsschaden davon tragen kann. Wird der Hahn dann irgendwann wieder geöffnet, zeigt sich das Abschaltmodul wieder aktiv und die Tauchpumpe nimmt wieder ihren Betrieb auf.

Eher selten werden Tauchpumpen durch Schmutz oder Partikel im Wasser beschädigt, denn fast alle Modelle verfügen hier über ein Sieb an der Öffnung zum Einlass. Einige Tauchpumpen können mit diesem auch nachgerüstet werden. Wichtig ist es allerdings immer, dass solche Pumpen bei frostigem Wetter frühzeitig aus dem Wassertank entfernt werden und Letzteres dann gänzlich entleert wird.

Welche Vor-, wie Nachteile bringen Druckwasserpumpen mit?

Druckwasserpumpen auch als Membranpumpen bezeichnet, zeigen sich hinsichtlich der Gefahr des Trockenlaufs kaum anfällig. Dennoch ist ein Dauerlauf über einen längeren Zeitraum auch hier nicht zu empfehlen. Vor allem die stets gleichmäßige Förderleistung, die sehr lange Lebensdauer, sowie der Umstand, dass diese Pumpe ebenso Wasser über trockene Schlauchleitungen ansaugen kann, gelten hier als große Vorzüge.

So kommt diese Art der Pumpe stets außerhalb des Frischwassertanks im Wohnwagen zum Einsatz. Druckwasserpumpen Arbeiten zudem im Großen und Ganzen lageunabhängig, so dass ein flexibler Einbau möglich ist. Das Unternehmen Lilie nannte vor kurzer Zeit beeindruckende Werte für die Shurflo-Pumpe.

Bis zu zwei Metern über dem Wassertank, sowie in bis zu acht Meter Abstand von diesem kann diese Druckwasserpumpe installiert werden. Für den Elektroanschluss reicht es gänzlich eine ausreichend dimensionierte Leitung zur 12-V-Versorgung zu verwenden, denn Membranpumpen sind druckgesteuert, so dass einzelne Schaltleitungen zu einer jeden Armatur nicht nötig sind. Genauer gesagt, bedeutet das, dass wenn irgendwo im Wohnwagen ein Wasserhahn geöffnet wird, fällt der Wasserdruck in der Leitung unverzüglich ab und der integrierte Druckschalter in der Pumpe schaltet den Motor an.

Die sogenannte Taumelscheibe, welche auf der Antriebswelle sitzt, bewegt jetzt jede einzelne Membran im Membranansatz extrem zügig nur wenige Millimeter hin und her. Dadurch entsteht über den Ventilsatz auf der Seite des Einlasses ein Unterdruck, so dass das Wasser angesaugt und dann mit Überdruck zum Auslass befördert wird. Abhängig von der Anzahl der Membranen, dem Hub der Taumelscheibe, sowie von der Motorleistung lassen sich so beeindruckende Drücke, wie Fördermengen erzielen. Die leistungsstärksten Druckpumpen der Smart-Serie, welche im Shurflo-Caravaning-Programm zu finden sind, erreichen immerhin 5,2 Bar und damit höchstens 18,9 Liter pro Minute.

Inzwischen sind die Druckwasserpumpen auch kaum mehr hörbar, allerdings gilt es beim Einbau stets genau darauf zu achten, dass die Betriebsgeräusche nicht ungewollt höher geschraubt werden. Dies kann schnell passieren, wenn die Pumpe auf eine Resonanz fördernde Oberfläche oder an starre Rohre montiert wird.

Des Weiteren ist es stets wichtig beim Einsatz dieser Pumpen eine Undichtigkeit zu verhindern, denn ansonsten kann es passieren, dass das gesamte Frischwasser sich im Küchenblock wieder findet. Aus diesem Grund, empfiehlt es sich immer parallel einen separaten Pumpen-Hauptschalter mit einzubauen, denn auf diese Weise können Besitzer beim Verlassen des Wohnwagens stets die Stromzufuhr der Membranpumpe unterbrechen.

Wer beabsichtigt eine Druckwasserpumpe in seinen Wohnwagen einzubauen, der sollte die Leistungsdaten stets auf das eigene Nutzungsverhalten abstimmen. Je mehr Entnahmestellen zugegen sind und je länger das Leistungsnetz ist, desto höher fällt die Leistung der Förderung aus. Wer zudem in seinem Wohnwagen die Dusche nutzen möchte, sollte daher schon eine Pumpe einbauen, die zwischen zehn und zwölf Liter Wasser pro Minute liefert und außerdem mehr als zwei Bar Druck schafft.

Des Weiteren sollten Wohnwagen-Besitzer wissen, dass eine jede Pumpe, egal ob Druckwasser- oder Tauchpumpe, als frostgefährdet gelten. Gilt es den Caravan winterfest zu machen, sollte das Wassersystem komplett entleert werden. Um zudem auf Nummer sicher gehen zu können, empfiehlt es sich die Anschlüsse an der Druckwasserpumpe abzuklemmen und diese dann ganz kurz anzuschalten.

Fazit: Tauchpumpen, wie Druckwasserpumpen eignen sich für den Wohnwagen. Beide Pumpenarten bringen Vor-, wie Nachteile mit, so ein jeder Caravan-Besitzer hier genau abwägen sollte, welche Pumpe er für sein Frischwasser verwenden möchte.
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Über Carsten Sommerfeld

Autor Carsten Sommerfeld - Outdoor und Camping sind seine Passion. Seit dem er Besitzer eines Wohnwagen ist, hat er praktisch jedes Problem beim Caravan-Camping auf seinen Reisen durch Europa kennlernen dürfen. Viele Lösungen, Tricks und Kniffe beim Umgang mit einen Wohnwagen verrät er auf dieser Webseite und seinem Camping Ratgeber, welchen es auch auf Amazon zu kaufen gibt.

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