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Wohnwagenfenster beschlagen

Wohnwagenfenster beschlagen? Wie bekämpfe ich Kondenswasser in Wohnwagenfenstern

Viele Camper berichten in den letzten Jahren von beschlagenen Fenstern im Wohnwagen. Beschlagene Wohnwagenfenster sind eher ein Problem von neueren Wohnwagen. Aber warum? Bei älteren Modellen kannte man dieses Problem höchstens, wenn man mutwillig die Zwangsbelüftung schloss, was ja weder erlaubt noch gut ist.

Bei neuen Modellen einiger Hersteller beschlagen Fenster von Innen bei Kälte oder die Fenster beschlagen sogar zwischen den Scheiben bei Doppelglasfenstern. Man kann dies nicht an einem bestimmten Hersteller festmachen, es betrifft wirklich viele.

Warum beschlagen die Wohnwagenfenster von innen?

Generell gilt: Dichtigkeit vs. Belüftung ist immer ein Kompromiss zwischen Energiesparen und vorprogrammierten Feuchtigkeitsproblemen. Um die neueren Wohnwagen energiesparender zu machen, wurde wohl leider eine ausreichende Be- und Entlüftung vergessen.

Die Firma Kabe z.B. in den  verbauten Fenstern im Rahmen kleine Belüftungsschlitze. An den Wänden sind Heizkörper (Warmwasser) angebracht, so dass überall warme Luft an den Wänden und so auch an den Fensterscheiben vorbei strömt. Die Einbaumöbel wie das Bett, die Sitzgruppe und auch  die Schränke im Deckenbereich sind hinterlüftet. Außerdem haben die eine gute Zwangsbe- und Entlüftung, die immer einen minimalen Luftaustausch gewährleistet. Ein sehr gut durchdachtes System, was man sich auch bei anderen Herstellern wünschen würde.

Hat Ihr Wohnwagen allerdings längere Zeit unbenutzt gestanden, ist etwas Feuchtigkeit im Wohnwagen nicht ungewöhnlich. Durch die Zwangsentlüftung findet immer ein Luftaustausch statt. Befinden sich dann im Wohnwagen hygroskopische  (wasseranziehende) Teile oder Substanzen, sind diese möglicherweise etwas feucht. Startet man dann die Heizung verdunstet diese Feuchtigkeit und kann sich an den Scheiben oder auch an Geschirr und Spiegeln niederschlagen. Nach 1-2 Tagen sollte die Feuchtigkeit dann wieder vergessen sein.

Sollten beschlagene Fenster aber häufig vorkommen oder gar ein Dauerzustand sein, ist definitiv die Belüftung nicht in Ordnung. Kontrollieren Sie zunächst, ob Sie Zwangsbelüftungen eventuell versehentlich abgedeckt haben. Diese müssen unbedingt freigehalten werden. Sollte dies keine Lösung bringen, muss man aktiv werden. Für eine bessere Verteilung der Heizungsluft kann man beispielsweise über folgende Lösungen nachdenken:

  1. Die Warmluftschläuche unter den Fenstern mit zusätzlichen Öffnungen versehen, so dass die Warmluft zu den Fenstern gelangen kann
  2. Sind die Sitzecken und/oder das Bett zu dicht an den Wänden angebracht, so dass die Warmluft dort nicht zirkulieren kann, sollten hier ebenfalls Lösungen gesucht werden. So kann man Abstandhalter zwischen Wand und Möbel anbringen, so dass die Luft dort zirkulieren kann
  3. Truma Wandlüfter einbauen
  4. Reicht die werkseitig vorgesehene Zwangsbelüftung nicht aus, sollte man hier auch über eine Nachrüstung nachdenken. So sind z.B. neuere Dachluken oft nicht mit einer Zwangsbelüftung ausgestattet. Die Atemluft kann nicht entweichen. Das Nachrüsten einer Zwangsentlüftung kann hier nötig werden
  5. Eine tägliche komplette 1minütige Stoßlüftung über alle Fenster wird empfohlen, auch wenn dabei kurzzeitig einige Heizenergie mit entweicht. Das Innere des Wohnwagens heizt sich schnell wieder auf.
  6. Haben Sie eine Klimaanlage im Wohnwagen, verfügt diese bestimmt auch über eine Entfeuchtungsfunktion. Lassen Sie diese immer wieder mal laufen… Alternativ gibt es auch einfache und wirksame Raumentfeuchter:

Die Wohnwagenfenster beschlagen zwischen den Scheiben?

Hat man Kondenswasser sogar zwischen den Scheiben der doppelverglasten Wohnwagenfenster, glaubt man natürlich sofort, dass diese Fenster undicht sind. Versucht man dieses Problem während der Garantiezeit zu reklamieren, wird man aber selten Erfolg haben.

Die Antworten sind oft eher lapidar, wie: „Keine Sorge: Mit der Zeit, insbesondere bei besseren Wetterbedingungen, verdunstet das Wasser wieder spurlos von selbst.“

Wohnwagenfenster sind aus Acryl-Kunststoff. Eine hunderprozentige Dichtigkeit gibt es natürlich nicht. Durch das Acryl kann Wasser in die Doppelverglasung diffundieren. Wird es nun draußen kälter, kann sich die durch das Acryl diffundierte Luftfeuchtigkeit als feine Wassertropfen niederschlagen und die Scheibe beschlägt. Wird es wieder wärmer, verdampft das Wasser in dem Fenster wieder und das Problem scheint gelöst. Allerdings bleibt das Wasser im Fenster und beim nächsten kalten Tag, werden Sie wieder das gleiche Problem haben.

Eine hochwissenschaftliche und physikalische Erklärung möchte ich Ihnen hier ersparen. Die interessiert wahrscheinlich die Wenigsten und würde nur überlesen werden. Die Frage, warum das nur bei neueren Wohnwagen passiert, wird Ihnen leider kein Hersteller beantworten.

Die Hersteller werden Ihnen dieses Phänomen als physikalisches und leider nicht vermeidbares Problem und als kleine optische Beeinträchtigung erklären. Ein Gewährleistungsanspruch wird meist freundlich abgelehnt.

So ganz muss man sich aber nicht damit abfinden. Man kann das Wasser durchaus wieder aus der Doppelverglasung bekommen:

  1. Haben ihre Wohnwagenfenster kleine Plastikstopfen? Dann entfernen Sie diese und pressen sie die zwei Scheiben vorsichtig zusammen und lassen Sie wieder los. Das wiederholen Sie mehrmals. Durch das Pumpen wird der Luftaustausch zwischen den Scheiben über die offenen Entlüftungslöcher beschleunigt.
  2. Haben Ihre Wohnwagenfenster keine Plastikstopfen, können Sie einen Fensterriegel entfernen und den Pumpvorgang wie oben beschrieben durchführen. Das hat den gleichen Effekt.

Fazit

Mit Feuchtigkeit im Wohnwagen muss man sich nicht abfinden. Für jedes Problem gibt es auch Lösungsansätze. Vorsicht ist allerdings geboten bei baulichen Veränderungen innerhalb der Garantiezeit. Hier verliert man schnell seinen Garatnieschutz.
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