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Tempo 100 Zulassung Wohnwagen – Anforderungen und Kosten

Grundsätzlich gilt für ein Gespann mit Wohnwagen laut der StVO die Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h auf allen Landstraßen und auch auf Autobahnen. Unter bestimmten Voraussetzungen, die sowohl das Fahrzeug als auch den Wohnwagen betreffen, kann man eine Zulassung für Tempo 100 bekommen. Welche Anforderungen an das Gespann gestellt werden und was man dafür tun kann steht in diesem Bericht.

Auch mit der Tempo 100 Zulassung gelten für Wohnwagen natürlich die ortsüblichen Höchstgeschwindigkeiten. Vor allem wenn man im Ausland unterwegs ist sollte man die Höchstgeschwindigkeiten für Wohnwagengespann kennen, da zum Beispiel in den Ländern Dänemark, Norwegen, Schweden sowie Schweiz und Italien die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 80 km/h liegt egal ob man eine Tempo 100 Zulassung hat oder nicht.

Auch in den Niederlanden, Luxemburg, Kroatien und Litauen liegt die Höchstgeschwindigkeit für Wohnwagengespanne auf Autobahnen bei 90 km/h, in Portugal sind es dann immerhin 100 km/h und die Franzosen erlauben bei einem Gewicht unter 3,5 t sogar eine Geschwindigkeit von 130 km/h. Doch Achtung mit einer Tempo 100 Zulassung darf man auch nur eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h fahren. Das hat sowohl sicherheits- als auch versicherungstechnische Gründe.

Möchte man sich ganz sicher sein und alle Fragen beantwortet haben, ist es am besten sich einmal beim TÜV oder der DEKRA ausführlich beraten zu lassen. Auch ist dies die erste Anlaufstelle um eine zuverlässige Auskunft zu erhalten, ob das eigene Gespann überhaupt Chancen hat eine Zulassung zu erlangen.

Voraussetzungen um eine 100er Zulassung zu bekommen

Zuerst einmal müssen Zugfahrzeug und Wohnwagen aufeinander abgestimmt sein. Das Leergewicht des Zugfahrzeugs muss identisch oder größer als das zulässige Gesamtgewicht des Wohnwagens sein. Ansonsten darf das Zugfahrzeug nicht verwendet werden. Als vor 20 Jahren die Möglichkeit geschaffen wurde für Wohnwagengespanne die Zulassung für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h zu bekommen, galt diese immer nur für das gesamte Gespann.

Inzwischen darf man den Wohnanhänger auch mit unterschiedlichen Zugfahrzeugen mit Tempo 100 ziehen, soweit die Grundabstimmung gegeben ist. Der Vorteil dabei ist, dass man für das Fahrzeug keine neue Zulassung beantragen muss, wenn man sich zum Beispiel ein anderes Auto zulegt. Daher gibt es die Plakette für die Tempo 100 Genehmigung auch nur noch für den Wohnwagen und wird nur in dessen Zulassungspapiere eingetragen.

Nicht jeder Wohnwagen erfüllt von vornherein alle Anforderungen die für eine Tempo 100 Zulassung notwendig sind, ein paar kleinere Veränderungen können dies jedoch schnell ändern. Die Bereifung des Wohnwagens darf höchstens sechs Jahre alt sein und muss der Geschwindigkeitskategorie L = 120 km/h beziehungsweise einem höheren Wert angehören. Das Zugfahrzeug muss mit einem automatischen Blockierverhinderer (ABS) ausgestattet sein und die Stützlast sollte zwischen Zugfahrzeug und Wohnwagen stimmen.

Zur Orientierung nimmt man die Stützlast die höchstens möglich ist und entscheidet sich dann zur eigenen Sicherheit für den geringeren Wert zwischen Zugfahrzeug und Anhänger. Auch darf das Gewicht des Zugfahrzeuges das Gewicht des Wohnwagens nicht unterschreiten.

Bei einer Gesamtmasse von 3,5 t beträgt die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen100 km/h und auf Autobahnen gelten die vorgegebenen Höchstgeschwindigkeiten. Bei über 3,5 bis 7,5 t beträgt die Geschwindigkeitsbegrenzung  auf Landstraßen bereits  nur noch 80 km/h und nur auf Autobahnen dürfen 100 km/h gefahren werden. Liegt das Gesamtgewicht jedoch über 7,5 t sind auf Landstraßen höchstens 60 km/h und auf Autobahnen maximal 80 km/h erlaubt.

Neue Wohnwagen sind bereits ab Werk für ein Tempo von 100 km/h ausgelegt, so dass man sich lediglich noch um die 100 er-Plakette kümmern muss.

Will man seinen Wohnwagen für eine Tempo 100 Zulassung nachrüsten, sollte man sich erst einmal darum bemühen, dass er alle Voraussetzungen erfüllt, danach kann er von einem amtlich anerkannten Sachverständigen oder beim TÜV oder DEKRA überprüft werden.

Anschließend erhält man einen Prüfbericht mit dem man zusammen mit den Fahrzeugpapieren die Tempo-100-Plakette für den Wohnwagen auf der Zulassungsstelle bekommt. Die Plakette für die Tempo 100 Zulassung muss gut erkennbar an der hinteren Wand des Wohnwagens angebracht werden, damit diese für alle anderen Verkehrsteilnehmer gut lesbar ist.

Was kostet eine Tempo 100 Zulassung?

Da die Kosten je nach Wohnwagentyp sehr unterschiedlich ausfallen können ist es leider nicht möglich hier genaue Angaben zu machen. Bei der Erstzulassung eines neuen Wohnwagens, der ja bereits die vorgeschriebenen Voraussetzungen ab Werk erfüllt, sind nur noch die Meldegebühren und die besiegelte Plakette zu bezahlen. Bei älteren Modellen kommen die Kosten für den Sachverständigen bzw. Prüfer und die Umrüstkosten noch hinzu.

Welche Probleme kann es mit der Tempo 100 Zulassung geben?

Hat man die Tempo 100 Plakette einmal erhalten bedeutet dies noch lange nicht, dass diese Genehmigung für immer gültig ist. Sobald die Voraussetzungen, die das Gespann erfüllen muss, nicht mehr gegeben sind, kann die Zulassung erlöschen. Gründe hierfür können gegeben sein wenn:

  • die Reifen bereits älter als die zulässigen sechs Jahre sind
  • die Wohnwagenreifen nicht die richtige Geschwindigkeitsklasse haben
  • der Wohnwagen umgerüstet oder umgebaut wird und nicht erneut von einem Sachverständigen geprüft worden ist.

Die Tempo 100 Zulassung hat auch nur auf deutschen Straßen Gültigkeit. In allen anderen Ländern muss man sich auch trotz Plakette an die vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen insbesondere für Wohnwagengespanne halten, möchte man nicht empfindliche Geldbußen oder im schlimmsten Fall ein Fahrverbot riskieren.

Worauf muss man nach der Zulassung für Tempo 100 achten?

Da jeder Fahrer eines Wohnwagengespanns für die Einhaltung der Vorschriften selbst verantwortlich ist, muss man vor jeder neuen Fahrt prüfen ob noch alle Voraussetzungen erfüllt werden. Besondere Aufmerksamkeit sollte man hier dem Alter der Reifen schenken.

Auch beim Kauf eines anderen Fahrzeuges muss man die oben beschriebenen Abstimmungskategorien zwischen Wohnwagen und Zugfahrzeug weiterhin einhalten um die Zulassung nicht zu gefährden. Hat man einen großen, doppelachsigen Wohnwagen mit einer Länge von 7 m und länger kann man die Tempo 100 Zulassung grundsätzlich bekommen.

Da das Gesamtgewicht dieser Wohnwagen oft bei 2 t und mehr liegt, benötigt man jedoch ein sehr starkes Zugfahrzeug wie zum Beispiel einen Van oder Jeep. Je nachdem welche Stabilisierungseinrichtung und welches Bremssystem in dem Wohnwagen verbaut wurde, kann es notwendig sein, dass das Leergewicht des Fahrzeugs das 1,2 fache des Wohnwagens ausmachen muss.

Selbstverständlich muss die Höchstgeschwindigkeit stets der Verkehrslage und den vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen für die jeweiligen Straßen angepasst werden. Dann steht einer zügigen Anreise an das Urlaubsziel nichts mehr im Wege.

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Über Carsten Sommerfeld

Autor Carsten Sommerfeld - Outdoor und Camping sind seine Passion. Seit dem er Besitzer eines Wohnwagen ist, hat er praktisch jedes Problem beim Caravan-Camping auf seinen Reisen durch Europa kennlernen dürfen. Viele Lösungen, Tricks und Kniffe beim Umgang mit einen Wohnwagen verrät er auf dieser Webseite und seinem Camping Ratgeber, welchen es auch auf Amazon zu kaufen gibt.

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