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Ratgeber: Wohnwagen auflasten – Kosten und Vorgehensweise

Um für eine stabile Fahrsicherheit mit dem Wohnwagen zu garantieren, bedarf es einer korrekten Beladung dessen. Sollte nämlich dieser falsch beladen oder gar überladen sein, so wächst die Gefahr, dass der Wohnwagenanhänger außer Kontrolle gerät und somit ein schwerer Unfall verursacht wird.

Zusätzliche Lademöglichkeit durch Wohnwagen auflasten

Die erlaubte Zuladung errechnet sich aus dem zulässigen Gesamtgewicht minus dem Leergewicht, welches man im Fahrzeugschein ablesen kann.

Das Problem entsteht dann, wenn man einen Wohnwagen mit einer großartigen Ausstattung besitzt, sodass die Differenz zwischen dem zulässigen Gesamtgewicht und dem Leergewicht geringer als geplant ausfällt. In so einem Fall kann schon die erlaubte Zuladung bei lediglich 100 Kilogramm liegen. Diese sind jedoch schnell erschöpft, wenn man an die ganze Campingausrüstung, Zubehör, Geschirr und Kleidung u.v.m. denkt.

Was kann man also tun, wenn die nötige Zuladung nicht gegeben ist? Die Lösung hierfür wäre eine Auflastung, denn diese verschafft neue Lademöglichkeiten. Zudem lässt sie sich in verschiedenen Wegen durchführen.

Doch bevor man einen Wohnwagen auflasten kann, muss man als Besitzer eines Caravans sich über sein Fahrzeug beim Aufbau- wie auch Chassis-Hersteller erkundigen. Denn so eine Auflastung eines Wohnwagens hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Prüfung einer Wohnwagen Auflastung

Damit die jeweiligen Hersteller überprüfen können, ob der Wohnwagen aufgelastet werden darf, benötigen sie einige allgemeine und spezifisch technische Daten des Caravans. Das wären folgende:

  • Wohnwagen-Hersteller ( Knaus, Bürstner, Fendt, Dethleffs, Tabbert, Hobby etc. )
  • Wohnwagen-Typ
  • Seriennummer
  • Fahrgestellnummer
  • Tag der Erstzulassung
  • Zeichnungsnummer des Chassis
  • Zulässiges Gesamtgewicht sowie das gewünschte zulässige Gesamtgewicht
  • Daten des Achstypenschilds
  • Auflaufeinrichtung: Typ und Ausführung
  • Zugverbindung: Typ und Gewichtsbereich der Holme
  • Radbremse
  • Reifengröße und Traglast

Nachdem die Daten weitergegeben worden sind, werden die jeweiligen Anlaufstellen diese überprüfen und Ihnen mitteilen, was benötigt wird, um Ihren Wohnwagen auflasten zu können. Bei der Prüfung können also mehrere Möglichkeiten entstehen und durchgeführt werden:

  • Dokumentenauflastung

Es kommt häufig vor, dass Fahrwerke schon für höhere Gewichtsgrenzen ausgelegt sind. Es kann jedoch sein, dass der Wohnwagen auf ein geringeres Gesamtgewicht zugelassen worden ist. Hier kann man sich von dem jeweiligen Hersteller eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen lassen. Diese Änderung muss durch eine ordentliche Fahrzeugprüfstelle abgenommen werden, sodass diese wiederum von der Zulassungsstelle in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden kann.

Die Kosten hier könnten zwischen 200 und 250 Euro liegen.

Diese Möglichkeit ist nicht nur eine des kostengünstigsten, sondern kommt sogar ohne jegliche technische Eingriffe aus. Außerdem kann sie bis zu 100 Kilogramm zusätzliche Zuladung ermöglichen.

  • Achsabfederung austauschen

Auch im Falle, dass die Dokumentenauflistung ausreicht, so können Sie trotzdem technisch nachhelfen. Hier kann man bei dem Chassis-Hersteller nachfragen, ob man die in den Achsen vorhandenen Gummirundschnüre gegen längere und stärkere Ausführungen ersetzen darf.

Hier könnten Gesamtkosten in Höhe von 750 und 1500 Euro entstehen.

Dadurch lässt sich auch eine Erhöhung von bis zu 100 Kilogramm des zulässigen Gesamtgewichts erreichen.

  • Komponente des Fahrgestells austauschen

Wird durch den Austausch der Federsysteme das gewünschte zulässige Zuladungsgewischt nicht erreicht, so hätte man die Möglichkeit einzelne Fahrwerkskomponenten auszutauschen. Diese sollten dann durch leistungsfähigere Systeme abgelöst werden. Hierfür kommen zum Beispiel die Achse, Teile des Rahmens und Auflaufeinrichtungen des Wohnwagens in Frage.

Da bei dieser Variante technische Änderungen am Fahrgestell vorgenommen werden, gibt es auch unterschiedliche Möglichkeiten von Kombinationen der Komponenten. Diese sind jedoch von dem Model des Wohnwagens abhängig, jedoch wären folgende Kombinationen denkbar:

  • Achse + Bremse und Auflaufeinrichtung
  • Achse + Traverse
  • Achse + Stoßdämpfer
  • Achse + einzelne Rahmenteile

Bei dieser Variante hängt der Preis letztlich von der jeweiligen Kombination ab, die ausgetauscht wird, jedoch können Kosten bis zu 3000 Euro entstehen.

Das zusätzlich gewonnene Gewicht hängt zwar von den einzelnen Kombinationen der Auflastung ab, können jedoch zwischen 100 und 300 Kilogramm und teilweise sogar bis zu 400 Kilogramm liegen.

  • Das komplette Fahrwerk mit allen Komponenten austauschen

Diese Variante sollte angewandt werden, wenn das vorhandene Chassis beschädigt ist und eine Auflastung mit den bisherigen vorgeschlagenen Methoden nicht erfolgen kann. Davon abgesehen können die Reparaturkosten und Montage für das beschädigte Chassis unglaublich hoch sein, sodass es sich lohnt, das komplette Chassis auszutauschen.

In diesem Schritt wird das ganze Fahrwerk vom Aufbau getrennt und dementsprechend durch ein neues ausgetauscht. Um dies durchführen zu können, müssen sowohl Zeichnungsnummer sowie die Unbedenklichkeitsbescheinigung des Wohnwagen-Herstellers vorliegen. Diese sind dafür nötigt, dass die Anbindungspunkte des Aufbaus und die Achsenlage richtig ermittelt werden können, sodass der Wohnwagen nach dem Umbau verkehrssicher unterwegs sein kann.

Im Vergleich zu den anderen Möglichkeiten ist diese Variante die teuerste und zugleich die nachhaltigste Form der Auflastung. Hier muss man tatsächlich tief in die Tasche greifen, denn die Kosten können zwischen 4500 für Einachser und 5500 Euro für Tandemachser liegen.

Bei dieser Auflastungsart ist, was die zusätzliche Zuladung angeht, beinahe alles möglich. Jedoch muss die neu gewonnene Gewichtsgrenze vom Aufbauhersteller genehmigt werden und darüber hinaus noch im Rahmen des Gesetzes liegen, was ein Kraftfahrzeug noch ziehen darf. Aber dadurch lassen sich tatsächlich 300 bis 500 Kilogramm gewinnen.

Je nachdem welche Variante man wählt bzw. welche durchgeführt werden muss, um den gewünschten Effekt zu erreichen, kommen zu den Kosten noch zusätzliche Gebühren für die Fahrzeugprüfstelle und andere Sachverständige. Davon abgesehen auch Gebühren für die Eintragung respektive Neuausstellung des Fahrzeugscheins.

Wohnwagen Auflastung: Ja oder Nein

Dank der erhöhten Zuladung erspart man sich viel unnötigen Stress und muss gar nicht auf so viel verzichten. Zudem stellt man dadurch auch kein gravierendes Verkehrsrisiko aufgrund einer möglichen Überladung dar. Hinzukommt, dass der Wohnwagen durch die Überladung nicht mehr belastet wird, sodass es nicht zu einem erhöhten Verschleiß am Aufbau, Bremsen, Federung, Achse und Auflaufeinrichtung kommt. Damit entsteht keine zusätzliche Wertminderung des Wohnwagens.

Gleichzeitig muss man auf bestimmte Punkte bei der zusätzlichen Zuladung achten, denn gewisse rechtliche und gesetzliche Bestimmungen gelten weiterhin:

  • Die zulässige Gesamtmasse des Gespanns darf nicht überschritten werden.
  • Sollte die Gesamtmasse des Wohnwagens die Leermasse des Zugfahrzeuges nach der Auflastung überschreiten, darf mit dem Wohnwagen nicht schneller als 100km/h gefahren werden, trotz der 100er-Zulassung.

Daher ist es wichtig, sich ausführlich beim Chassis-Hersteller beraten zu lassen, damit man nicht in die nächste Falle tappt.

Ablastung

Es gibt natürlich auch den Weg, den Wohnwagen ablasten zu lassen, um eine Reduzierung des zulässigen Gesamtgewichts zu erreichen. Das macht beispielsweise dann Sinn, wenn man einen B-Führerschein besitzt und der Wohnwagen über eine hohe Zuladung verfügt.

Bei diesem Schritt muss nicht so viel beachtet werden, denn es erfolgt meistens nur eine Dokumentenablastung über den technischen Dienst, die zudem auch keine Auswirkung auf die Fahrdynamik hat.

Mit der Ablastung darf man nicht unter das aktuelle Leergewicht des Wohnwagens kommen. Davon abgesehen muss eventuell noch ein Gang zur TÜV-Prüfung sowie eine Eintragung in den Fahrzeugpapieren gemacht werden.

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Über Carsten Sommerfeld

Autor Carsten Sommerfeld - Outdoor und Camping sind seine Passion. Seit dem er Besitzer eines Wohnwagen ist, hat er praktisch jedes Problem beim Caravan-Camping auf seinen Reisen durch Europa kennlernen dürfen. Viele Lösungen, Tricks und Kniffe beim Umgang mit einen Wohnwagen verrät er auf dieser Webseite und seinem Camping Ratgeber, welchen es auch auf Amazon zu kaufen gibt.

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