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Camping – Polen als Reiseziel – Ist das noch ein Geheimtipp?

Camping - Polen als Reiseziel

Was kennen wir eigentlich großartig von Polen? Sonderlich viel fällt uns nicht wirklich ein. Kein Wunder, denn so richtig trauen wir uns nicht in das Land hinein. Vielleicht verirrt man sich noch auf den Markt bei Swinemünde, genießt die Auszeit an der Ostsee bei Kolberg, oder begutachtet die Kultur in Stettin. Dabei hat Camping Polen so viel mehr zu bieten!

Also ja, Polen ist tatsächlich ein Geheimtipp, wenn Du wirklich durch das Land ziehst und die verschiedensten Orte erkundest. Traust Du Dich mal ein paar Meter von der Küste weg, erwarten Dich ganz fantastische Landschaften mit unberührter Natur, feines Essen, preiswerte Angebote und eine großartige Gastfreundschaft.

Polen bietet Urlaub für Jedermann. Verreise mit Deinen Hund in die Kaschubische Schweiz und genieße die sehr gut erhaltene Natur, auch in den Masuren. Begebe Dich in einen Aktivurlaub in das bergige Hinterland der Sudeten und Karpaten. Oder sammele einzigartige Eindrücke von Kultur und Historie in den imposanten Städten von Krakau, Warschau bis Danzig. Und um das Gesamtpaket ein wenig ausklingen zu lassen, gibt es sogar noch ruhige Orte an Polens Ostseeküste.

Das alles stellen wir Dir heute natürlich vor.

Video: Mit dem Wohnmobil nach Krakau / Polen

Besonderheiten beim Camping Polen

Langweilig wird es Dir in Polen nicht. Viele Campingplätze geben Dir die Möglichkeit zu Baden. Das macht das Campingerlebnis auch für Familien attraktiv, wenn Du Plätze an der Ostsee oder den Seenplatten suchst. Natürlich ist die Auswahl an Wassergebieten auch sehr attraktiv für Wassersportler. Dementsprechend kannst Du nicht nur Baden, sondern auch Segeln, Surfen, Angeln und vieles mehr.

Abseits vom Wasser, auf dem Land, erstrecken sich über 20 Nationalparks. Mit ihnen kannst Du die dortige Flora und Fauna bestaunen. Erkunden, Wandern und Lernen mit nur einem Streich. Natürlich kann es durch die Berge auch in luftige Gefilde gehen. Doch damit Du auch in den Genuss des polnischen Urlauberlebnisses kommst, bedarf es einiger Vorbereitungen für Besonderheiten.

Deine Anreise mit Wohnmobil oder Wohnwagen

Die Anreise scheint auf den ersten Blick einfach, oder? Immerhin ist Polen ein Nachbarland. Einfach ins Auto setzen und schon geht’s los. Doch es gibt auch einige weitaus günstigere Variante. Ja, richtig gelesen: günstiger. Beispielsweise sind Direktflüge nach Polen teilweise spottbillig, und man befindet sich häufig direkt an den Städten. So kann man gut und gerne ein Ticket für rund 15 – 20€ ergattern.

Die Anbindung des Reiseland Polen über moderne Autobahnen ist erstaunlich gut.
Die Anbindung des Reiseland Polen über moderne Autobahnen ist erstaunlich gut.

Natürlich ist der eigene Camper, bzw. das Campingmobil weitaus flexibler. Doch wer einmal richtig günstig verreisen möchte, für den lohnt sich vielleicht ein Flug eher. Beim Übergang der Grenze musst Du Dir auch nur wenig Sorgen machen. Polen ist Teil des Schengener Abkommens, sodass Du ungestört einreisen darfst.

Wichtig ist dennoch, dass Du einen gültigen Personalweis oder einen Reisepass mit Dir führst. Übrigens zählen auch vorläufige Reisedokumente. Hinsichtlich dessen sollte es also keine Probleme geben. Vergiss aber bitte nicht eine Auslandskrankenversicherung. Sie ist mitunter das Wichtigste bei einer Reise und sollte nicht einfach unter den Tisch fallen.

Die Währung Polens: Złoty

Trotz der Zugehörigkeit zur EU bezahlt man hier nicht mit Euro. Die polnische Währung nennt sich Złoty. Im Vergleich zum Euro ist sie relativ schwach, was einen Aufenthalt in Polen so preiswert macht. Ein Euro entspricht rund vier Złoty. So kommst Du meist mit einem Tageslimit von etwa 20 Euro aus. Das ist doch mal was, oder?

Die Währung extra umtauschen musst Du meistens nicht. An vielen Orten wird eine Kreditkarte akzeptiert. So kannst Du ganz bequem bezahlen. Nur bei den Campingplätzen und kleinen Imbissbuden gibt es vielleicht ein kleines Problem. Aber in den meisten Fällen akzeptieren die Inhaber auch den Euro.

Solltest Du doch Geld umtauschen müssen, dann gibt es zumindest in jeder kleineren Stadt eine Wechselstube. In Polen heißen die Wechselstuben übrigens „Kantor“. Dabei gibt es keine großen Unterschiede, wo man sich vor einem schlechten Wechselkurs fürchten muss (wie beispielsweise in Prag).

Durchschnittliche Reisekosten für Campingurlaub in Polen

Kosten einfach so aufzustellen ist natürlich immer etwas schwierig. Jeder Mensch hat ganz andere Bedürfnisse bzw. Anforderungen. So kann es sein, das Du teilweise mehr oder sogar weniger bezahlst. Nichtsdestotrotz ist Polen ein vergleichsweise günstiges Reiseland. Beachte bitte, dass es auch hier eine Hochsaison gibt, wo die Preise teilweise ansteigen.

Doch reist Du außerhalb der heißen Monate, kann man das ein oder andere Schnäppchen einpacken. So kommst Du mit etwa 20€ am Tag aus. Die meisten Campingplätze bieten Preise bereits ab 10€ an. Allerdings solltest Du hier genauer lesen. Einige Plätze wollen dann noch extra Gebühren für die Benutzung der Duschen.

Essen auf die Hand gibt es für maximal 3€ und einmal im Restaurant ordentlich Essen kannst Du für bereits 8€. Meine Eltern und ich sind einmal für lediglich 20€ essen gewesen – und das mehr als satt! Sprit gibt es aber etwa 1, 15€ den Liter. Eintrittspreise ähneln unseren Angeboten schon eher. Eintritt in Burgen und ähnlichem immer rund 10€. Ein Tagesausflug mit dem Schiff über die masurische Seenplatte gibt es dann aber schon ab 30€.

Die polnische Sprache

Während man in vielen Ländern schon mit Deutsch, aber definitiv mit Englisch vorankommt, bildet Polen eine kleine Ausnahme. Deutsch spricht so gut wie niemand. Mit Englisch kann man sich durchaus verständigen, wenn man noch Hände und Füße dazu nimmt. Allerdings sprechen die älteren Leute kaum Englisch, weshalb wir auf unserem Trip vorzugsweise junge Leute befragten.

Die Sprachbarriere ist etwas störend, doch die Polen sind sehr freundlich und nehmen sich auch die Zeit Dir zu helfen. Alles kein großes Problem.

Romantische Burgen in den Bergen von Süd-Polen laden zum verweilen ein.
Romantische Burgen in den Bergen von Süd-Polen laden zum verweilen ein.

Achtung vor Vorurteilen!

Wer kennt die Vorurteile gegenüber Polen nicht. Ein klauendes Völkchen, das eine extreme Abneigung gegenüber uns Deutschen hat. Und wie es sich für Vorurteile gehört, sind diese absoluter Quatsch. Wir laufen ja auch nicht jeden Tag in Lederhose herum! 😉

Wir selbst und auch viele andere Reisende berichten über die unglaubliche Gastfreundschaft der Ansässigen. Polen zeigen sich als aufgeschlossene und freundliche Menschen, die sich auch die Zeit nehmen Dir zu helfen und anfallende Fragen zu beantworten. Auch im Punkt Sicherheit musst Du Dir keine Sorgen machen. An keiner Stelle fühlt man sich beobachtet und als potenzielles „Raub-Opfer“.

Ich glaube das gibt es weitaus schlimmere Orte, wo wirklich Dein Hab und Gut abhandenkommt. Barcelona ist da ein ziemlich gutes Beispiel.

Reiseziele beim Camping Polen

Wasser, Land, Berge, Stadt. Polen hat so viele Reiseziele, das Du innerhalb von zwei Wochen gar nicht alles erkunden kannst.

Die Danziger Bucht

Die Ostseeküste Polens ist mittlerweile ein beliebter Ort deutscher Touristen. Ist ja immerhin nicht weit entfernt. Kolberg ist der „Anfänger-Ort“ für Camping Polen, wenn man es so will. Doch mit der Beliebtheit ist es eben auch schnell ziemlich voll an der Küste.

Etwas ruhiger und abgelegen ist da die Danziger Bucht. Immerhin landet man hier kurz vor der russischen Grenze, und nur die wenigsten Touristen verirren sich hierher. Selbst in der Hauptsaison ist es hier recht überschaubar und keinesfalls überlaufen. Entspannung am Meer findest Du genau hier!

Die Stadt Danzig

Wenn man schon einmal die Bucht besucht, dann kann man auch gleich einen Abstecher in die wunderschöne Stadt machen. Man hört vielleicht nicht viel über Danzig, außer ihrer Rolle im 2. Weltkrieg, dafür warten umso mehr Überraschungen auf Dich. Ein wahre „Perle der Ostsee“ wie auch manche meinen.

Die Stadt strotzt vor Eleganz und einer gewissen Romantik. Insbesondere an der Hauptader, der Langen Straße, reihen sich prächtige Bürger- und Handelshäuser aneinander. Eine tolle Kulisse für viele Erinnerungsfotos. Der Hafen mit der Lenin-Werft und dem Krantor solltest Du auch unbedingt besuchen. Insbesondere das Krantor, welches das Wahrzeichen der Stadt darstellt.

Die Schweiz in Polen

Tatsächlich gibt es einen Landstrich in Polen der auf den Namen „Schweiz“ hört. Genauer gesagt die Kaschubische Schweiz. Eine urige Landschaft, die zu zahlreichen Wanderungen einlädt. Außerdem ist der dortige Brodno-See ziemlich beliebt bei badebegeisterten Urlaubern.

Die polnische Wüste

Im Slowinzischen Nationalpark erstreckt sich eine riesige Fläche mit Wanderdünen. Die Wanderdünen von Łeba sind so riesig, das einige Urlauber gerne von der „Sahara Polens“ reden. Und bei den Dimensionen verwundert es wirklich nicht. Auf ganze 35 Kilometer erstreckt sich das Gebiet und nimmt dabei satte 500 Hektar Land ein. Das entspricht etwa 700 Fußballfeldern.

Wanderdünen bei Leba - In der Nähe viele Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen
Wanderdünen bei Leba – In der Nähe viele Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen

Eine gemütliche Wanderung durch den Nationalpark muss einmal dabei sein.

Kulturstadt Krakau

Einmal am ganz anderen Ende von Polen finden wir die Kulturhauptstadt Krakau. Gelegen vor den Gebirgen der Jura und der Karpaten entsteht eine ganz malerische Kulisse. Und der malerische Aspekt zieht sich durch die ganze Stadt. Das (umstrittene) Wahrzeichen, die Königsburg der Wawel, zieht romantische Gemüter zu sich und erzählt von alten Tagen.

Kulturstadt Krakau - Ziel von Millionen Touristen jedes Jahr.
Kulturstadt Krakau – Ziel von Millionen Touristen jedes Jahr.

Auch die allgemeine Bausubstanz zeigt zahlreiche Baustile der Epochen auf. Von Romantik bis hin zum Jugendstil findet sich alles wieder. Besonders spannend ist auch das jüdische Viertel Kazimierz, welches viele gut erhaltene Synagogen beherbergt.

Neben den kulturellen Sehenswürdigkeiten ziehen auch die 28 Museen und über 200 Kellerkneipen viele Touristen in die Stadt.

Abenteuer in der Tatra

Wer einen Hauch Slowakei schnuppern möchte, der macht Urlaub in der Tatra. Die Gebirgsformation befindet sich genau auf der Grenze zwischen Polen und der Slowakei. Die Hohe Tatra mündet mit der Meerausgsspitze in 2500 Metern Höhe. Da hat man einiges zu klettern, um ganz oben anzukommen. Doch nicht nur der Berg ist ein Highlight. Umringt ist das Gebiet von zahlreichen geographischen Besonderheiten.

Karseen, welche noch aus der letzten Eiszeit erhalten sind. Auch zahlreiche Tropfsteinhöhlen sind begehbar und münden nicht selten bei einem rauschenden Wasserfall. Eindrücke hinterlässt dieses Gebiet ohne Ende. Und alles ist sehr gut zu erreichen, denn in dem gesamten Gebiet, wobei es sich im Übrigen um einen weiteren Nationalpark handelt, gibt es 300 Wanderwege.

Über Carsten Sommerfeld

Autor Carsten Sommerfeld - Outdoor und Camping sind seine Passion. Seit dem er Besitzer eines Wohnwagen ist, hat er praktisch jedes Problem beim Caravan-Camping auf seinen Reisen durch Europa kennlernen dürfen. Viele Lösungen, Tricks und Kniffe beim Umgang mit einen Wohnwagen verrät er auf dieser Webseite und seinem Camping Ratgeber, welchen es auch auf Amazon zu kaufen gibt.

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