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Das Wohnmobil selber reparieren

Ein Wohnmobil muss gepflegt und regelmäßig gewartet werden. Nicht nur Reifen, Motor, Bremsen, Scheiben und Karosserie müssen regelmäßig begutachtet und ausgetauscht beziehungsweise repariert werden. Auch um die Innenverkleidung und Sanitäranlage muss sich gekümmert werden. Einige Reparaturen und Renovierungen können Wohnmobilfahrer selber erledigen. Andere hingegen sollten ausschließlich vom Fachmann übernommen werden.

Reparatur an der Wohnmobil Karosserie

Kleine Defekte an der Karosserie entstehen am Wohnmobil relativ schnell. Diese können von Hobbyhandwerkern schnell repariert werden. Die betroffene Stelle wird angeschliffen und mit Glasfaser-Polyesterspachtel bestrichen. Der Spachtel wird davor mit einem Härter verrührt. Zu viel Härter darf es aber nicht sein. Anschließend wird die Stelle mit einem Schleifklotz gehärtet.

Zum Glätten nimmt man grobes Schleifpapier. Anschließend wird der Füllspachtel mit 240er Papier eingesetzt. Danach wird die Schadstelle großzügig mit Grundierfüller besprüht. Das Wohnmobil muss nun einen Tag lang trocknen bevor ein Nassschliff mit 800er Papier durchgeführt wird. Es folgt wieder eine Pause zum Trocknen. Dann wird die Stelle mit Silikonentferner gereinigt und kann lackiert werden.

Reparaturen im Innenraum

Der Innenraum des Wohnmobils ist mit der Zeit und Nutzung ebenfalls Verschleißerscheinungen ausgesetzt. Vor allem die Möbel werden in Mitleidenschaft gezogen und muss nach ein paar Jahren wieder ausgebessert werden. Häufig lockern sich die Schrauben in den Holzmöbeln. Dieses Problem ist einfach zu beheben. Dafür benötigt man Reparaturmasse, welche in jedem Spezial Handel vorrätig ist. Diese wird in das Bohrloch gegeben, sodass die Schraube an dieser Stelle wieder Halt gewinnt.

Auch um die Scharniere muss sich jeder langjährige Wohnmobilbesitzer mal kümmern. Die Scharniere sind ganz einfach zu ersetzen. Die hochwertigeren Exemplare sind eindeutig zu empfehlen, da diese sich in der Regel nachjustieren lassen. Sich lösendes Papierfoliendekor ist unschön und kann wieder mit Klebstoff, welches möglichst dünnflüssig sein sollte, glatt angeklebt werden. Echtholzmöbel sind stabiler. Kleine Kratzer lassen sich mit Sandpapier behandeln. Verschmutzte und stinkende Polster reinigt man am besten mit einem Sprühextraktionsgerät. Dieses kann man im Baumarkt beispielsweise ausleihen.

Das Sprühextraktionsgerät verteilt Seifenlauge auf die Flächen und saugt den Schmutz und die Seifenlauge danach wieder ein. Rissige Flächen aus Leder können ganz einfach mit Flüssigleder repariert werden. Bei älteren Wohnmobilen ist die Innentapete oft gelöst. Das Problem ist hier, dass sich die Tapete häufig nicht mehr nachbestellen lässt, dass diese nicht mehr produziert wird.

Eine Alternative zur Tapete stellen Bezüge aus Stoff oder Mikrofaser dar, die mit Blendern an der Innenwand befestigt werden. Für die Fixierung eignet sich Dichtkleber sehr gut. Die Warmluftrohre im Wohnmobil sind häufig ungeschützt und Umwelteinflüssen ausgesetzt. Der Laie kann diese problemlos selber reparieren. Ist nur ein Teil des Rohrs betroffen, kann dieser entfernt und ersetzt werden. Zur Verbindung gibt es Adapter aus Plastik.

Wohnmobil Fenster austauschen

Aufbaufenster haben die Neigung, schnell mal Kratzer zu bekommen oder rissig zu werden. Wer dagegen nichts unternimmt, riskiert eine undurchsichtige Scheibe. Ein Austausch der der seitlichen Fenster wird auch dann vorgenommen, wenn die Tönung einem beispielsweise nicht mehr gefällt. Glücklicherweise ist der Austausch von Aufbaufenstern sehr leicht und meistens dauert der nur wenige Minuten.

Das kaputte Fenster muss zunächst geöffnet werden. Mithilfe eines Schraubdrehers wird der Aufsteller entfernt. Dabei sollte man das Fenster festhalten. Das Fenster wird weiter geöffnet und so weit aufgehalten, wie nur geht. Wer nicht groß genug ist, nimmt eine Leiter. Aluminiumprofilleisten verbinden das Aufstellfenster und die Aufbauwand. Das Fenster lässt sich auch der Führung nehmen, indem es bis zum Anschlag nach oben hin geöffnet wird.

Danach wird der Verriegelungshebel abgeschraubt und an das neue Fenster angebracht. Sollten die Gewindelöcher nicht passen, müssen neue Riegel angeschafft werden. Um das Fenster einzubauen, muss er hochgehoben und die Führungsschiene eingebaut werden. Zuletzt wird der Aufsteller angeschraubt und die Arbeit ist erledigt. Es ist ratsam, die dafür notwenigen Werkzeuge, wie Schraubendrehersatz, auch im Urlaub mitzunehmen. Ein Werkzeugkoffer ist ohnehin immer im Wohnmobil mitzuführen.

Arbeiten für die Fachwerkstatt

Wie auch beim Auto lassen sich beim Wohnmobil einige Schäden nur vom Fachmann reparieren. Dazu gehören Schäden an der Mechanik und Elektronik. Motor und Bremse dürfen nur in einer professionellen Werkstatt angefasst werden. Das Gleiche gilt für die Windschutzscheibe. Auch hier dürfen Wohnmobilbesitzer nicht selbst Hand anlegen. Dass diese Dinge nicht vom Laien repariert werden sollten, hat nicht nur mit dem mangelnden Know-how und dem fehlenden Werkzeug zu tun.

Es geht hauptsächlich um die eigene Sicherheit, die nicht ohne Hilfe eines Fachmanns garantiert werden kann. Das Wohnmobil hat hinsichtlich seiner Lebensdauer zusätzlich noch andere Ansprüche als das Auto. Damit Ersteres auch viele Jahre seine Dienste leisten kann, muss dafür gesorgt werden, dass es absolut dicht ist. Eine regelmäßige Dichtigkeitsprüfung in der Fachwerkstatt ist daher dringend notwendig.

TÜV Prüfung von Wohnmobilen

Wohnmobile müssen, genauso wie PKWs oder LKWs, in regelmäßigen Abständen vom TÜV geprüft werden. Die Fristen für die Haupt- und Teiluntersuchung variieren je nach Gewichtsklasse. Wohnmobile mit einem Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen müssen spätestens nach 36 Monaten das erste Mal geprüft werden. Danach sind alle 24 Monate Untersuchungen vorgesehen.

Wenn das Wohnmobil ein höheres Gewicht aufweist, welches bis zu 7,5 Tonnen beträgt, ist die Erstuntersuchung schon nach 24 Monate fällig. Nach dem 5. Jahr muss das Wohnmobil alle 12 Monate zum TÜV gebracht werden. Der TÜV muss auch dann aufgesucht werden, wenn ein Kraftfahrzeug zum Wohnmobil umgebaut wurde.

Viele Arbeiten lassen sich selber erledigen. Die Pflege und Wartung des Wohnmobils sorgen dafür, dass man lange seinen Spaß an diesem Fahrzeug hat und den Urlaub ohne große Probleme genießen kann. Wichtig ist, dass sich Werkzeuge und Notfalllampen immer im Wohnmobil vorhanden sind.

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Über Carsten Sommerfeld

Autor Carsten Sommerfeld - Outdoor und Camping sind seine Passion. Seit dem er Besitzer eines Wohnwagen ist, hat er praktisch jedes Problem beim Caravan-Camping auf seinen Reisen durch Europa kennlernen dürfen. Viele Lösungen, Tricks und Kniffe beim Umgang mit einen Wohnwagen verrät er auf dieser Webseite und seinem Camping Ratgeber, welchen es auch auf Amazon zu kaufen gibt.

Ein Kommentar

  1. Danke für die guten Tipps zum Karosserie reparieren. Ein Bekannter konnte einige der Schäden beheben. Für das Schweißen musste er dann aber doch in eine Werkstatt.

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